Interview:Chiara Alzati

Warum wir uns oft selbst im Weg stehen 

Heute geht es nach Italien.

Dort habe ich beruflich viel Zeit verbracht und Chiara kennengelernt.

Chiara spricht fließend Deutsch und hat sich vor 3 Jahren selbstständig gemacht, aber eins nach dem anderen.

 

Studium und nun? Zufällige Begegnungen bestimmen das Leben   

Die gebürtige Italienerin hatte schon früh ein Herz für die deutsche Sprache und deutscheKultur. Sieerinnert sich wie heute als sie in der Grundschule sagte „Liebe Lehrerin, sagen Sie mir bitte, in wie viel Jahren ich zur Uni gehen darf. Ich will Fremdsprachen lernen, bestimmt auch Deutsch! Und ich sage es Ihnen sofort: Ich habe gar keinen Bock auf Mathematik!“ 13 Jahre später war es dann soweit, das Deutschstudium stand auf Chiaras Programm, doch was macht man damit genau nach dem erfolgreichen Abschluss? Das fragte sich Chiara auch: „Sollte ich Hostess bei Lufthansa werden oder einen Eiskiosk in Düsseldorf eröffnen? Nein. Ich war auf der Suche nach meinem wahren Selbst. Diese Suche hat zirka zwölf Jahre lang gedauert. Ich habe in vier verschiedenen Firmen als Angestellte gearbeitet. Ok in den ersten drei Monaten war die Arbeit jeweils neu und ich war motiviert, aber kurz danach fühlte ich mich immer wieder wie im Gefängnis.“ Chiara wollte selbstständig arbeiten, doch nur als was? 

„Ich wollte was Größeres erreichen. Ich wollte etwas schaffen, was mir gehörte. Ich wollte meine Zeit selbst organisieren und bestimmen. Ich wollte nicht mehr wie ein Roboterl eben: 8:30 Uhr vormittags im Büro und 18:00 Uhr im Zug nach Hause sein. Ich wollte jeden Tag neue Leute kennenlernen und mich neuen Herausforderungen stellen; nicht jeden Tag die gleichen Sachen mit denselben Leuten erledigen.“ Chiara stand gern auf der Bühne, doch wie konnte sie daraus Geld machen? Wie es der Zufall manchmal will, sind es kleine Ereignisse, die einen in die richtige Richtung weisen. „Eines Tages war ich im Zug und traf einen guten Freund Luigi. Ich war sehr demotiviert, gelangweilt und traurig. Ich war total unzufrieden mit meiner Arbeit. Dann stellte mir Luigi eine der wichtigsten Fragen meines Lebens: Chiara, was machtest du gerne, als du ein Kind warst? Plötzlich sah ich mich auf einer Bühne vor 800 Leuten. Als ich Kind war, wollte ich immer als Hauptdarstellerin bei der Aufführung in der Grundschule am Ende des Schuljahres auftreten.“

Wie Chiara Leidenschaft zur Berufung und ihrem Beruf macht   

Diese Emotionen wollte Chiara noch einmal erleben, diese Energie und Freude, die sie fühlte, wenn sie auf einer Bühne stand. Da war es ihr klar, sie wollte als Trainerin für Public Speaking arbeiten. Doch ein erfolgreiches Business kommt ja nicht einfach so über Nacht. „In den letzten zwei Jahren als Angestellte war ich auf mein Ziel konzentriert. Morgens früh bis spät in die Nacht und an allen Wochenenden habe ich die Basis meines Projekts geschaffen und natürlich auch viel Business Networking betrieben. Im Januar 2016 habe ich endlich das Büro verlassen und meine eigene Firma gegründet.

Heute unterstütze ich Unternehmer, Freiberufler, Manager und Startupper, die lernen möchten mit Methode, Charisma, Originalität und Empathie vor Publikum und vor der Kamera zu sprechen.“ Chiara arbeitet in Italien, in Deutschland und der Schweiz, sehr oft auch virtuell über Skype und das alles in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Italienisch.

Chiara ist zertifizierte Trainerin für die TTI Success Insights® Methode. Sie erzählt „Das ist eine einfache und zuverlässige Methode, die uns erlaubt, unser kommunikatives Potential zu messen und zu trainieren, wenn wir vor Publikum oder vor der Kamera sprechen.“ Darüber hinaus arbeitet Chiara als Moderatorin bei Veranstaltungen und als Speakerin bei Conventions nationaler und internationaler Unternehmen. Letztes Jahr ist auch ihr erstes Buch erschienen: Video Public Speaking. Das professionelle Handbuch für die erfolgreiche Kommunikation vor der Kamera. Auch wenn Sie es hassen vor Publikum zu sprechen. Das Buch ist zurzeit nur in italienischer Sprache erhältlich, wird aber bald ins Deutsche übersetzt. (Hier geht es zu ihrer Facebook-Seite.)

Warum sich Frauen selbst im Weg stehen  

Chiara verdient mittlerweile gutes Geld mit ihrer Arbeit und investiert weiter. „Die Investition in Marketing hat für mich immer schon die höchste Priorität. Jedes Mal wenn ich mir etwas kaufen will, frage ich mich: Wie wäre es, wenn ich denselben Beitrag in Marketing investiere?“ Marketing heißt für Chiara auch professionell und gut auszusehen. Dabei achtet sie auf Angebote und versucht sich elegant und minimalistisch zu kleiden. Ich selbst habe einen sehr weiblichen Kleidungsstil, wenn mir danach ist, und ich trage im Sommer mit Leidenschaft hohe Schuhe. Die aufrechte Haltung gibt mir gleich ein ganz anderes Körpergefühl. Je nach Laune, kann ich mein Aussehen wandeln. Mir macht es Spaß damit zu spielen und auch mal ganz sportlich aus dem Haus zu gehen. Aber Schluss mit Beauty-Tipps, das ist ja hier ein Karriere- und Finanz-Blog. Das sind Themen, bei denen können leider nicht viele Frauen mitreden. Schade eigentlich. Ich habe Chiara gefragt, was sie denkt: Warum haben es Frauen heutzutage noch schwer im Business und womit stehen wir uns selbst im Weg?

„Frauen haben es schwerer, weil unsere Gesellschaft sie oft noch in der Rolle der Mutter sieht. Frauen sollen sich um Kinder kümmern und keine Karriere machen. Viele Firmen in Italien ziehen Männer in Führungspositionen vor. Aber Achtung: Unsere Gedanken schaffen die Realität. Wenn wir Frauen es erlauben, uns klein zu machen, versperren wir uns selbst den Weg. Zu viele Frauen sind nicht mutig genug, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie glauben nicht genug an sich selbst. Immer wieder höre ich Sätze wie ‚Ich bin zu jung oder zu alt, um meinen Weg zu gehen; Was passiert, wenn ich dann keine Kunden finde; Was werden die Leute von mir denken, wenn ich versage; Ich habe gar keine Ahnung, wie man ein eigenes Business leitet und ich vermute, es ist zu kompliziert; Es ist einfacher zu bleiben, wo ich bin, obwohl ich damit nicht zufrieden bin; Ich bin mit meinem Job nicht zufrieden, aber ich kann es mir gar nicht vorstellen, was ich anders machen könnte.‘ Alle diese limitierende Glaubensätze sind oftmals so stark, dass Frauen auf ihre Karriere verzichten und ihre eigene Erfüllung in einem Mann oder in einer Familie suchen. Natürlich ist eine Familie zu haben sehr schön, aber ich denke, eine Frau sollte zuerst wirklich zufrieden mit sich selbst sein. Glück und Erfüllung kommen nicht von außen, sondern von innen.“

 

Chiaras Prioritäten    

Chiara hat ihr Leben im Griff. Sie war mutig genug es zu wagen und hat sich von anderen nicht einschüchtern lassen. Sie glaubt an sich, hat Freude, bei dem was sie macht, und ist endlich angekommen und froh, im Leben als selbstbestimmte und unabhängige starke Frau. Für Chiara sind dabei drei Dinge ganz besonders ausschlaggebend für den Erfolg: (1) Fokus, (2) eine gute Marketingstrategie und (3) die Fähigkeit zu Delegieren.

Den dritten Punkt finde ich sehr spannend, will man doch als Frau oft alles unter Kontrolle haben. So ging es Chiara auch. „Am Anfang war es sehr schwierig für mich zu delegieren. Ich war selbst meine größte Blockade zur Entwicklung meines Business. Mit der Zeit und mit Impulsen von meinen Business Partnern habe ich gelernt auch Arbeit abzugeben. So habe ich einen klaren Kopf für die Strategie und viel weniger Stress im Alltagsleben. 

 

Dabei geht Chiara auch Risiken ein. Nur wer wagt, der gewinnt. „Meine Komfortzone ist mein größtes Risiko. Wenn ich immer dortbleibe, kann ich mich nicht entwickeln. Risikobereitschaft heißt für mich sowohl Bereitschaft, Geld in Marketing zu investieren, als auch Herausforderungen anzunehmen, wie z.B. Aufträge in Deutschland und in der Schweiz. Meine Motivation ist es jeden Tag etwas zu tun, was mir Spaß macht. Deswegen habe ich mich selbstständig gemacht.“ Foto: G.Fasiello – www.giuliofasiello.com

Foto: G.Fasiello – www.giuliofasiello.com

 

Chiara hat für sichfestgestellt, dass es am wichtigsten ist, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die offen für Neues sind, die gleichen Werte verfolgen und dasselbe Bedürfnis nach Entwicklung verspüren, wie sie selbst. Deshalb bin ich froh, auch das Vergnügen zu haben mehr mit Chiara zu unternehmen. Vielleicht seht ihr uns ja mal auf einem gemeinsamen Event in Berlin oder München. 

 

 

4 Gründe, warum Chiara nicht mehr zurück ins Angestelltenverhältnis möchte   

Natürlich wissen wir alle, dass so eine eigene Firma kein Zuckerschlecken ist. Darum habe ich Chiara natürlich gefragt, ob sie einen Plan B hat und ggf. irgendwann zurückmöchte? Sie war klar und deutlich: „Uhhh, soll ich die Wahrheit sagen? Ich sehe absolut gar keine Vorteile im Angestelltenverhältnis. Seitdem ich allein arbeite, kann ich ehrlich gesagt das Wort ‚Angestellte‘ nicht mehr ertragen. Ich weiß, bin sehr extrem aber so ist es. Ich sehe nur Nachteile:

  1. jemand bestimmt, wieviel ich verdienen soll,
  2. jemand bestimmt, was ich machen darf und was nicht zu meiner Kompetenz gehört,
  3. jemand bestimmt, wann und wie lange ich in den Urlaub gehen darf,
  4. jemand bestimmt meine Arbeitszeiten.

Ich bin dennoch sehr dankbar für die zwölf Jahre, die ich als Angestellte verbracht habe. Ich konnte so viel lernen! Und viel Geld sparen. Dieses Geld ist natürlich sehr wichtig gewesen für meine Gründung.“ Eine weitere positive Sache gab es noch: Chiara und ich haben uns durch die Arbeit kennengelernt und deshalb können wir jetzt dieses Interview gemeinsam machen. Das freut mich persönlich sehr. Man sieht sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben und ich bin froh, dass sich unsere Wege wieder kreuzen. 

 

Der persönliche Kontakt ist immer noch der Beste    

Mittlerweile hat sich Chiara ein großes Netzwerk in Italien aufgebaut. In Mailand organisiert sie beispielsweise ein Event pro Monat und muss kaum noch Werbung machen. Sie erzählt mir stolz das Feedback einer Teilnehmerin, die sagte: „Ich habe aufgehört auf viele verschiedene Events zu gehen und Zeit zu verlieren. In deinen Events finde ich alles, was ich brauche: Public Speaking Training, Möglichkeiten für Business Networking und ein freundliches Ambiente, wo ich mich wirklich wie zu Hause fühle.“ Chiara hat es geschafft aus ihrer Leidenschaft ein Geschäftsmodell zu machen. Chiara bringt die Menschen zusammen. Das ist auch für mich immer das, was mir am meisten Spaß macht, mich auszutauschen und durch andere inspirieren zu lassen.

 

Das persönliche Miteinander ist auch ein wichtiger Punkt in Chiaras Arbeit. Sie wendet immer die gleiche Arbeitsmethode an. (1) Sie arbeitet erst an der Strategie/am Ziel ihrer Kunden, damit klar wird, wohin der Weg geht und die Motivation geschaffen wird, dran zu bleiben. (2) Dann bereitet sie gemeinsam die Rede vor, gibt fachliche Tipps und vereinfacht durch eine gewisse Struktur. (3) Und zu guter Letzt heißt es Üben, Üben, Üben. Chiaras direktes Feedback ist hier ganz entscheidend. Wir können allesamt tolle Theoretiker sein, wenn wir nicht einfach mal machen, können wir Gelerntes auch nicht umsetzen oder verinnerlichen. Foto G.Fasiello – www.giuliofasiello.com

 

Foto G.Fasiello – www.giuliofasiello.com

 

3 Fragen – 3 Antworten     

  1. Was ist dein Lieblingsbuch? „Mein Lieblingsbuch ist The Secret von Rhonda Byrne*. Dieses Buch hat mir richtig geholfen, eine neue Einstellung zum Leben zu gewinnen. Wenn wir uns was Besseres wünschen und wir unseren Weg finden wollen, müssen wir die Richtige Einstellung haben. Unsere Gedanken erschaffen unsere Realität. In der letzten zwei Jahren als Angestellte sah ich mich schon auf der Bühne. Ich sah mich vor einer Menge von Leuten sprechen. Ich konnte das Klatschen vom Publikum schon hören und niemand durfte mirsagen ‚Du schaffst es nicht!‘.“

  2. Welchen Gegenstand trägst du immer bei dir und warum? „Der Gegenstand, den ich bei mir bei meinen Veranstaltungen immer trage, ist eine Krawatte. Die Krawatte ist für mich ein sehr wichtiges Symbol: wir Frauen sollten immer unsere weibliche Energie mit der männlichen Energie mischen. Männer haben oft keine Angst vor Herausforderung, sie wollen der Welt zeigen, dass sie es wert sind. Und warum sollten Frauen immer im Hintergrund bleiben und denken sie sind nicht genug? Die Krawatten geben mir eine besondere Energie. Die Idee ist mir zufälling gekommen. Vor einem Event wusste ich nicht, was ich anziehen sollte und sah eine schwarze Krawatte, die ich seit Jahren nicht mehr angezogen hatte. Seitdem trage ich immer eine Krawatte. Sie ist für mich ein Symbol für Stärke, Mut, Risikobereitschaft und Selbstwert. Alles Merkmale die notwendig sind für alle Frauen, die auf der Suche nach sich selbst sind.“

  3. Was heißt Glück für dich? Ich glaube, Glück existiert gar nicht. Wenn wir an unser Projekt glauben, wenn wir denken, wir werden es schaffen und positiv und offen bleiben, dann wird das Universum uns antworten und gibt uns genau, was wir brauchen. Wir bestimmen unser Leben mit unserer Einstellung und mit unseren Gedanken. Glück heißt passiv leben, in der Erwartung, dass etwas passiert. Erfolg heißt positive Einstellung, Lust auf Herausforderungen und Mut. Ich bin erfolgreich.“    

 

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