Birgit Brucker – Der Faktor ICH in der Geldanlage.

3 Tipps für kluges Entscheiden und mehr Anlageerfolg.

Birgit Bruckner ist Erdbewohnerin, Mama und Finanzpsychologin. Sie war selbst mehrere Jahre am Finanzmarkt als Börsenhändlerin und Analystin tätig. Mit Mindset Money zeigt sie, wie du den entscheidenden Faktor in der Geldanlage auf Erfolgskurs bringst – Dich und deine Entscheidungen.

Wir Frauen sind schlau und nachweislich erfolgreicher in Sachen Geld. Vorausgesetzt wir befassen uns mit unseren Finanzen. Keine einfache Aufgabe angesichts der Menge an Informationen, fehlender Transparenz und hohem Tempo der Kapitalmärkte. Durch stundenlange Analyse unserer Investments und der Märkte versuchen wir die Komplexität zu reduzieren. Dabei übersehen wir einen wichtigen Faktor: Uns und unsere Art des Denkens und Entscheidens.

Unser Gehirn ist optimiert auf unser tägliches Leben. Je komplexer und abstrakter eine Situation ist, desto wahrscheinlicher werden Fehlurteile. Unsere Denk- und Entscheidungsmuster sind nicht ideal im Umgang Geld. Ich zeige dir hier drei Tricks, wie du dennoch klar besser urteilst.

Warum du mit mehr Information schlechter entscheidest.

Wer klug entscheiden will, braucht ausreichend Wissen. Dieser Satz gilt eingeschränkt. Unser Gehirn ist kein Supercomputer. Wir merken und erinnern nicht unbegrenzt Information. Vielmehr trifft unser Gehirn zu allen Zeitpunkten eine Auswahl. Automatisch selektiert es Informationen und liefert uns Verständliches, Bekanntes und Einfaches. Wir merken uns eine Grafik besser, als einen Text mit Fachbegriffen. Am Ende beachten wir, was uns emotional berührt und unserer Weltsicht entspricht.

Was bedeutet das für Informationen über Investments? Die Art der Darstellung beeinflusst, was du erinnerst. Mit der Menge an Information steigt die unbewusste Selektion deines Gehirns. Diese Auswahl erfolgt nicht an objektiv wichtigen Fakten, vielmehr an deiner emotionalen Bewertung der Information und deiner Weltsicht. Dramatische emotionale Berichte bleiben besser im Kopf, als Zahlentabellen und Faktenliste. Kurz um: Gibst du dich dem Informationsstrom hin, merkst du dir, was deine Meinung entspricht. Egal, wie du denkst, du findest Informationen, die dich in deiner Sicht bestärken. Alles andere beachtest du weniger und vergisst es schneller.

Management by Kontostand

Wer hat schon die Zeit (oder den Nerv), jeden Tag sämtliche Buchhaltungsauswertungen zu studieren, nur um den finanziellen Aspekt seines Unternehmens im Griff zu behalten? Theoretisch keine schlechte Idee, aber in der Praxis nur von den wenigsten Unternehmern gelebt. Die meisten greifen auf „Management by Kontostand“ zurück, bei dem wir täglich unser Konto überprüfen und finanzielle Entscheidungen auf der Grundlage dessen treffen, was wir sehen. Dank Parkinsons Gesetz finden wir dann für das, was wir auf unserem Bankkonto sehen, eine Verwendung und bringen uns so in Schwierigkeiten – meistens durch „überraschende“ Zahlungen, die wir (noch) gar nicht auf dem Radar hatten, die Steuern zum Beispiel.

Profit First macht „Management by Kontostand“ zu einem brauchbaren Entscheidungstool, indem es das Geld für den Gewinn, dein Gehalt und das Finanzamt schon einmal aus der Gleichung herausnimmt, so dass du nur noch den tatsächlichen Betrag siehst, der für deine übrigen Ausgaben zur Verfügung steht und deine Ausgaben automatisch entsprechend anpassen kannst.

Mehr Information macht dich mutiger, nicht klüger.

Du ahnst bereits, worin die Gefahr besteht. Mit steigender Informationsmenge wirst du nicht zwingend klüger. Vielmehr fühlst du dich bestätigt, emotional sicherer und wirst damit mutiger. Ein gefährlicher Mix.

Mit diesen drei einfachen Tricks verbesserst du deinen Umgang mit Information:

E
1. Selektiere deine Informationsquellen.

Lass nicht den Zufall bestimmen, welche Berichte und Nachrichten dich erreichen. Wähle aus, womit du dein Gehirn fütterst. Deine Zeit ist kostbar. Investiere in jene Informationen, die für deine Anlagestrategie wichtig sind.

E
2. Mach dir Notizen.

Auch mir fiel es zu Beginn schwer mich daran zu halten. Erleben wir es doch als mühsamer und zeitaufwendiger eine Mitschrift zu führen. Zugleich der einfachste Weg dich und dein Gehirn zu mehr Objektivität zu zwingen. Notizen ermöglichen dir eine einfache Übersicht über Chancen und Risiken. Du kannst jederzeit nachlesen, ergänzen und verlässt dich nicht auf deine verzerrte Erinnerung. Du willst mehr Erfolg in der Geldanlage? Dann mache dir Notizen.

E
3. Stell dir die Frage: Was spricht gegen meine Meinung?

Nimm eine kritische Haltung zu deiner Marktsicht und deinen Investments ein. Ließ Artikel, unterhalte dich mit Personen, die eine andere Sicht auf die Dinge haben. Du brauchst nicht deren Urteil übernehmen. Vielmehr erweiterst du so deinen Blickwinkel und entdeckst Chancen und Risiken, die dir bisher verborgen waren.

Warum der Glaube an Schwarmintelligenz deine Geldanlage gefährdet.

Stell dir folgende Situation vor. Im Urlaub gehst du hungrig die Strandpromenade entlang. Ein Lokal reiht sich an das andere. Wie wählst du ein Restaurant aus? Mag sein, dass Strandblick, Speisekarte und Erscheinungsbild einen Einfluss haben. Aber würdest du dich in ein leeres Lokal setzen? Wahrscheinlicher wählst du ein gut gefülltes. Analog zum Blick auf die Tische ist der Blick ins Online-Portal und Bewertungslisten.

In beiden Fällen berücksichtigst du bei deiner Wahl das Urteil anderer. Im Alltag kann es hilfreich sein, sich an der Masse zu orientieren. Bei der Geldanlage ist es eine Gefahr. Zwei Gründe zeige ich dir hier auf.

E
Faktor 1: Die Zeit.

Erst im Rückblick, also auf Basis von Kursverläufen und Berichten, erkennst du das Verhalten anderer InvestorInnen. Veränderte Marktverhältnisse machen den Gewinner von Gestern zum Verlierer von Morgen.

E
Faktor 2: Das relative Risiko.

Das perfekte Investment für Tina ist für Anne eine Fehlinvestition. Das Risiko in der Geldanlage ist nicht absolut, sondern abhängig von der Person. Faktoren wie Anlagezeitraum, Anlageziel und Mix der bisherigen Investments verändern das Risikourteil.

Soziale Vergleiche machen in Sachen Geld keinen Sinn. Mit diesen beiden Fragen reduzierst du dein Herdendenken:

E
Frage 1: Wie gut passt das Investment zu mir und meiner Anlagestrategie?

Für die eine Anlegerin macht ein Wallet mit Kryptowährungen Sinn, für die andere der Kauf einer Immobilie. Ich empfehle dir bewerte Investments in Bezug zu dir, deinen Investments und deiner Anlagestrategie.

E
Frage 2: Was erwarte ich zukünftig an den Kapitalmärkten?

Die Investments deiner Freundinnen sind toll gelaufen? Freu dich für diese und verwerfe die Idee in dieselben Werte zu investieren. Die Gewinne der Vergangenheit kannst du nicht aufholen. Viel wichtiger ist die Frage, was du für die Zukunft erwartest. Hüte dich vor Versuchen die Gewinner von Gestern zu kaufen. Überlege dir, wo du Chancen für die Zukunft siehst.

So verkaufst du klug deine Investments.

Du willst deine Investments umschichten oder du brauchst Bargeld. Wie entscheidest du, welche Investments du verkaufst? Die Wissenschaft zeigt: Wir entscheiden häufig auf Basis des bisherigen Wertverlaufs. Der Verkauf von Gewinnen fällt uns emotional leichter, als das Realisieren von Verlusten. Du agierst umgekehrt und verkaufst Werte in der Verlustzone? In beiden Fällen entscheidest du mit dem Blick nach hinten. Vergleichbar mit der Fahrt auf einer Bergstraße und dem Blick in den Rückspiegel. Auch das wird wenig erfolgreich sein.

Du willst die Verlierer von morgen verkaufen? Dann wende deinen Blick nach vorne. Decke im Depotauszug die Ertragsspalte deiner Investments zu und frage dich bei jedem deiner Positionen: Würde ich diesen Wert heute kaufen? Lautet deine Antwort ja, dann halte an diesem fest. Lautet deine Antwort nein, dann verkaufe. Schließlich erwartest du von diesem Wert keinen positiven Verlauf.

Investiere in deine Entscheidungen.

Du kennst nun drei Tricks der Behavioral Finance, der Finanzpsychologie. Mit diesen einfachen Adaptionen deines Entscheidens wirst du erfolgreicher. Du kannst mit jedem Investment Geld gewinnen oder verlieren. Ausschlaggebend bist du und die Qualität deiner Entscheidungen.

Lust auf mehr Tipps und Tricks rund um kluge Anlageentscheidungen? Hol dir meinen Podcast „Mindset Money“ oder schau auf meinem Blog www.mindest-money.at vorbei.

Werde zur Macherin.

Mein Finanz-Blog.

Gemeinsam ist es leichter.

Die Community für starke Frauen.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Jetzt Newsletter abonnieren!

Noch mehr Einblicke in meine persönlichen Finanzen und exklusive Infos für Unternehmerinnen.


Community

Exklusiv für Frauen: Tausch dich aus zu Business und Finanzen. Die Facebook-Gruppe zum Podcast.

 Facebook


Jetzt Podcast abonnieren

Lerne von starken Frauen, erfolgreichen Gründerinnen und großartigen Unternehmern. Lass dich inspirieren.

  Spotify
   iTunes
  YouTube


Blog-Kategorien

Netzwerk ist alles

Lass uns verbinden, voneinander lernen, miteinander austauschen, füreinander dasein.


Über Annie Facebook
Über Annie

Freiberuflerin, digitale Nomadin, Investorin, Local Girlboss & noch Vieles mehr.

Über Annie Über Annie

Newsletter: Bleib auf dem Laufenden

Vielen Dank für deine Anmeldung