Interview mit Karin Launicke-Schmiedel

Du bist schön. 

Karin von BELLESTIQUE DU.BIST.SCHÖN ist meine gute Fee in Sachen Powderbrows. Nebenberuflich zu gründen erfordert viel Durchhaltevermögen und Fokus. Karin ist mitten drin und hat das sehr clever umgesetzt. Durch ihren Teilzeitjob kann sie die Arbeits- und Geschäftszeiten gut miteinander vereinbaren. 

Gleichzeitig hat sie sich nicht gleich ein großes Studio gemietet, sondern empfängt ihre Kunden/innen in einem separaten Zimmer in ihrer großzügigen Wohnung. Es gibt natürlich ein extra Bad und es ist alles professionell eingerichtet. Das erspart ihr als Gründerin natürlich enorme Fixkosten, denn die Miete für ihre Wohnung zahl sie ja ohnehin. 

Auch in Sachen Rechtssicherheit ist Karin gut aufgestellt. Das vergessen viele Gründerinnen. AGBs, Datenschutzvereinbarungen und vieles mehr gehören genauso dazu, wie eine gute Steuerberaterin. Das verdiente Geld soll ja auch bleiben und nicht für unnötige Gebühren draufgehen. Viel Spaß beim Interview!

Podcast – Annie und die starken Frauen

Den Podcast kannst du überall hören, wo es Podcasts gibt oder direkt auch hier auf der Seite streamen. Viel Spaß!

Show Notes

Alles auf einen Blick: Hier sind die Links zu den Themen, über die im Podcast gesprochen wurde.

Karins Website
Welche Leistungen sie anbietet findest du hier.

Annie’s YouTube-Video

Du findest alle Podcast-Folgen auch als Video auf meinem Frau Schnabelkraut YouTube-Kanal. Viel Spaß beim Anschauen.

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Fragen & Antworten

Du möchtest die Kernaussagen noch einmal auf einen Blick? Du magst lieber Lesen als Zuhören? Kein Problem. Hier findest du das für dich aufbereitete Transkript der Podcast-Folge. Viel Spaß beim Nachlesen.

[00:46] Wer bist du und was machst du?

Ich bin Karin Launicke-Schmiedel und ich bin die Gründerin von BELLESTIQUE – Du bist schön.

[01:17] Erzähl mal wo du hier deine Kunden empfängst und was du machst.
Ich bin Kosmetikerin, Make-up Artist, und Brow Artist und habe einfach das große Glück, dass ich hier in meiner Wohlfühloase sowohl arbeiten als auch leben darf und habe einen schönen Bereich für meine Kunden. Sie parken am Carport, dann führe ich sie zu einem abseits gelegenen Bereich unserer Wohnung, wo ich mein Studiozimmer habe. Ich denke, das ist ein großer Vorteil, weil ich es preislich günstiger anbieten kann als andere Kosmetikstudios, die Mieten bezahlen müssen. Und ich glaube, das schätzen auch meine Kunden sehr. Und auch wenn ein kleines, feines Reich ist, fühlen sie sich sehr wohl hier.
[02:22] Wie lange bist du schon selbstständig?

Das ging los 2016, aber ich würde trotzdem nochmal ein bisschen ausholen: Ich war praktisch 20 Jahre im Vertrieb und in der EDV unterwegs, also in einem sehr technischen Bereich, und habe dort mit vielen Geschäftsführern gearbeitet. Vertrieb war natürlich immer etwas schwierig, immer ein Hauen und Stechen. Ich habe mich dann irgendwann gefragt: Will ich das auch noch machen, wenn ich 50 bin? Mit hat das Thema Schönheit, Kosmetik und Schminken eigentlich immer schon gefallen und ich hatte zu dem Zeitpunkt selbst massive Probleme mit meiner Haut.

So bin ich dazu gekommen, da selbst was zu machen und habe mich zur Ausbildung zum Make-up Artist entschlossen und dann selbstständig im Nebenerwerb als Kleinunternehmerin damit angefangen, damals noch in Nürnberg. 2017 bin ich dann in meine alte Heimat Regensburg gekommen und musste noch mal neu anfangen. Jetzt arbeite 27 Stunden ich im öffentlichen Dienst als Assistentin vom Bürgermeister. Seit 2019 bin ich mit meinem Unternehmen umsatzsteuerpflichtig. Bis Mitte diesen Jahres war ich hauptsächlich im Bereich Make-up und Analyse tätig und habe meine Stammkunden beraten, aber Kunden haben mich immer wieder nach klassischer Kosmetik gefragt. Ich wusste, dass ich da noch mehr machen will.

[10:14] Welche Ausbildungen und Zertifikate sind notwendig?
Ich musste das Ganze noch mit Ausbildungen mit Zertifikaten untermauern. Ich habe viele Gespräche mit verschiedenen Anbietern von Geräten geführt und mich dann irgendwann festgelegt. Ich wollte die Fachkosmetikausbildung haben, damit ich auch versichert bin mit den Geräten. Dann kam noch das Thema Powder Brows und Permanent Make-up hinzu. Dann habe ich das angepackt und gemacht. Es war eine stressige Zeit, weil alle Urlaubstage mit Ausbildungen verplant waren.
[13:06] Gibt es Aha-Momente oder Learnings aus diesem Jahr?

Ich glaube, dass man immer wieder zweifelt. Aber es ist jetzt nicht so, dass mir großartig Knüppel zwischen die Beine geworfen wurden. Wenn man nicht Vollzeit selbstständig ist, hat man ja schon mit der Krankenversicherung einen großen Druck weg, im Vergleich zu anderen Selbstständigen. Ich hatte das große Glück, dass ich die ganzen Investitionen – viele tausende Euro – komplett aus privaten Mitteln finanzieren konnte, weil ich in meinen drei Jahren schon gut was erarbeitet hatte. Das hat natürlich nicht jeder, aber ich bin auch keine 20 oder 30 mehr.
Was ich aber sagen kann und auch durch meinen Mann, der Rechtsanwalt ist, mitbekommen habe: Hätte ich diese rechtlichen Leistungen alle kaufen müssen, wäre das schon viel Geld gewesen.

Mein Mann hat mir viele Fehler von Anfang an erspart. Was bringt dir das, wenn du einfach mal losläufst, aber dich an keine rechtlichen Vorschriften hältst und dann abgemahnt wirst? Deshalb denke ich, dass Rechtsberatung gut investiertes Geld ist. Auch kann ich wirklich empfehlen, keine Kompromisse mit dem Steuerberater zu machen und alles von Anfang an auf saubere Füße zu stellen.

[17:22] Wie hast du dein Geld investiert?

Ich brauchte eine professionelle Kosmetikliege, das kostet ein paar Tausend Euro, dann die Geräte und die Ausbildungen sind wahnsinnig teuer. Aber es ist wichtig, dass man die Zertifikate vorweisen kann. Der Kosmetikberuf ist gerade im Wandel, weil Kosmetikerin kein geschützter Beruf ist. Jetzt sind die Berufs- und Fachverbände dabei, strenger vorzugehen, weil natürlich auch viel Unfug getrieben wird. Das heißt auf so Sachen muss man sich auch einstellen, dass man vielleicht noch eine Nachprüfung machen muss. Ich denke trotzdem richtig war, mit Geräten was zu machen. Ich war überrascht, dass es jetzt gar nicht so viele Kosmetikstudios hier in Regensburg gibt, die schon mit Geräten arbeiten.

Ich biete klassische Kosmetik, aber für alle, die es wünschen, auch Behandlungen mit Geräten. Ich möchte mich auch noch weiter spezialisieren auf das Thema Akne. Aber klar, ich habe viel Geld ausgegeben, und jetzt muss auch die Kehrtwende kommen. Ich bin gerade in den letzten Zügen mit der Flyer-Produktion. Außerdem gebe ich bei Google Gas, damit mich auch Fremde finden. Das merkt man jetzt bei den Powder Brows, da kommt viel über Google und Instagram.

[22:18] Was für Rückmeldungen erhältst du von deinen Kunden, z.B. zu den Powder Brows?

Eigentlich durchweg positiv. Ich hänge es nicht so an die große Glocke, dass es bei mir zu Hause ist. Jemand, der mich nicht kennt, findet es vielleicht nicht so toll, dass es kein Ladengeschäft ist. Die kommen dann her und dann ist da sofort dieses Wohlfühlen. Meine Stammkunden haben ja den Anspruch, dass sie zweimal im Jahr kostenlos zu mir kommen, dann ein Verwöhnprogramm machen. Das ist im Service enthalten, weil sie ja immer die Produkte kaufen. Und dann gibts ein paar Kunden, die strahlen mich dann einfach an: „Schau mal meine Haut, siehst du das?“ Die freuen sich immer noch, weil plötzlich keine feuerrote Haut oder Probleme mehr haben. Das sind so Dinge, die machen mich froh.

Ich habe die Arbeit nie nur wegen dem Geld gemacht, sondern weil ich helfen will. Ich glaube, dass die Kunden merken, wenn du immer nur verkaufen willst. Mir geht es nicht darum, immer das teuerste Produkt oder die teuerste Behandlung zu verkaufen, sondern das, was der Kunde braucht. Man merkt es auch, wenn die Kunden einen zum ersten Mal sehen, ist da noch eine gewisse Distanz. Aber wenn die dann das zweite Mal kommen, merkst du schon, wie die Damen plaudern. Dann baut man natürlich total persönliche Beziehungen auf. Es ist natürlich schön, wenn du Leute über drei Jahre betreust. Ich habe ja auch Männer als Kunden, auch da ist es schön zu sehen, wenn die Hemmschwelle verschwindet.

[30:45] Wie kriegst du alles unter einen Hut: Teilzeitjob, Urlaub, Weiterbildungen, Familie?

Es ist schon schwierig, ich war zeitweise schon an meiner Grenze. In den letzten Monaten ging es wirklich jeden Tag bis 10 oder 11 Uhr nachts durch. Wir waren ja zwei Wochen im Urlaub und haben von früh bis spät komplett gearbeitet. Es ist schon so, dass ich mir auch Freizeiten einplanen muss, sonst komme ich einfach nicht rundum. Wir haben das Glück, dass wir eine Putzfrau haben. Das nimmt mir viel ab, aber es bleibt trotzdem der Einkauf, Wäsche…Mein Mann hat ja auch einen extrem stressigen Job. Mein Sohn muss dann auch mal mit anpacken. Es geht wirklich nur, wenn alle mit anpacken und man sich Freizeiten einplant.

[34:06] Wie soll es 2019 weitergehen?

Es gibt tatsächlich keine konkreten Ziele. Wenn das mit den Powder Brows von der Nachfrage so weitergeht, muss ich aber überlegen, was aus der Kosmetik wird. Ich war gerade auf einer Messe, da hieß es: Warum machst du nur Augenbrauen? Warum machst du nicht Lippen? Warum machst du nicht Eyeliner? Ich denke jetzt: Ich habe einige neue Dinge und möchte mich eigentlich darauf fokussieren und da erst mal richtig gut werden. Sonst verliert man sich mit zu vielen Sachen.

[37:51] Gibt es etwas, was du den Zuhörern abschließend gerne mitgeben möchtest?
Gut recherchieren und eine Marktanalyse machen und sich viele Gedanken machen. Eigentlich bin ich ein Mensch, der schnell etwas aus dem Bauch heraus entscheidet. Und das habe ich bei meinem Business bewusst nicht gemacht. Das war gut und kann ich auch empfehlen. Ansonsten rechtliche Dinge und steuerliche Dinge abchecken. Man darf aber nicht nur zweifeln, sondern muss auch mal Sachen ausprobieren.
[38:51] Was ist für dich finanzielle Freiheit?
Viel Urlaub, gerne 5 -7 Mal im Jahr. Ich kaufe mir auch gerne Dinge, die mir gefallen. Das habe ich nicht immer gekonnt und genieße es jetzt, dass ich es kann, einfach mal in den Urlaub fahren oder schön essen gehen oder auch meinem Sohn Dinge ermöglichen kann. Das ist für mich finanzielle Freiheit.
[39:45] Gibt es ein Buch, Film oder Musik, die du empfehlen kannst?
Leider nein. Ich bin jemand, der nicht einschlafen kann ohne Bücher. Ich habe Tolino und lese immer verschiedene Bücher, weiß aber nie, wie das Buch heißt. Ich lese gerne etwas Historisches, z.B. über den 2. Weltkrieg oder über das 18. Jahrhundert. Ich versetze mich gerne in die Leute hinein, die vor vielen Jahren gelebt haben.
[41:33] Gibt es etwas, das du immer bei dir trägst und warum?
Ja. Also meine zwei Ringe: meinen Ehering und meinen Verlobungsring, weil es von meinem Schatz ist und mich an die Momente erinnert, wo ich sie bekommen habe.

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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