INTERVIEW MIT LOCAL GIRLBOSS

Gemeinsam sind wir stark

Das Kollektiv der Local Girlbosses gründet sich gerade als Verein. Die Regensburger Unternehmerinnen haben sich zusammengeschlossen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Ich hab drei der Mädels getroffen und spreche mit Ihnen im Interview über wichtige Themen wie Netzwerken und Finanzen. Hört selbst, was Laura, Katharina und Alexa zu erzählen haben. Es lohnt sich. Ich bin auf jeden Fall begeistert.

Podcast – Annie und die starken Frauen

Den Podcast kannst du überall hören, wo es Podcasts gibt oder direkt auch hier auf der Seite streamen. Ich freue mich über neue Abonnenten und deine Bewertung bei iTunes.

Show Notes

Alles auf einen Blick: Hier sind die Links zu den Themen, über die im Podcast gesprochen wurde. Viel Spaß beim Nachlesen und selbst ausprobieren. 

Local Girlboss Website

Mehr zu den Local Girlboss findest du hier.

Be better together 

„Be better together“ ist das Motto des Kollektivs der Local Girlbosses. Die Regensburger Geschäftsfrauen fördern die Vernetzung selbstständiger Frauen und wollen sich von alten Klischees verabschieden. Jede ist in einer anderen Branche unterwegs und alle profitieren von den Stärken, Erfahrungen und Kompetenzen der anderen. Gemeinsam sind sie so sichtbarer, lernen voneinander und finden Sicherheit in der Gruppe durch die gemeinsame Vereinsarbeit.

Als Unternehmen sind keine Grenzen gesetzt  

Gerade in handwerklichen oder kreativen Berufen wie Töpfergesellin und Konditormeisterin sind die Jobangebote und Verdienstmöglichkeiten begrenzt. Als Selbstständige haben diese Frauen kein Verdienstlimit. Sie können wachsen, kreativ sein und sich verwirklichen. Im Interview spüre ich die Energie, die die Mädels versprühen. Das steckt an und macht Lust auf mehr. Ich habe mich gleich zur nächsten Veranstaltung angemeldet und freu mich jetzt schon auf den Austausch.

Video – Annies YouTube-Kanal

Du findest alle Podcast-Folgen auch also Video auf meinem Frau Schnabelkraut YouTube-Kanal. Viel Spaß beim Anschauen.

Fragen & Antworten

Du möchtest die Kernaussagen noch einmal auf einen Blick? Du magst lieber Lesen als Zuhören? Kein Problem. Hier findest du das für dich aufbereitete Transkript der Podcast-Folge. Viel Spaß beim Nachlesen.

[00:38] Stellt euch alle mal vor.

Laura: Hallo, ich bin Laura Schönberger, ich bin Konditormeisterin aus Regensburg, selbstständig mit meinem Unternehmen Heaven’s Taste seit 2016 und eins der Gründungsmitglieder von den Localgirlbosses.

Katharina: Hallo, ich bin Katharina Drescher. Ich bin auch selbstständig mit meinem Tanzstudio „Tanz im Glück“, wo ich Hochzeitspaare unterrichte, und ich bin auch bei den Girlbosses.

Alexa: Hallo, ich bin Alexa Vogtländer. Ich bin auch Gründungsmitglied von Localgirlboss. Ich bin Töpfergesellin und bin selbstständig mit meiner Werkstattladen-Atelier hier in Regensburg.

[01:39] Wer ist das Gesicht dahinter?
Als Gesicht sind wir alle dahinter, es sticht keine Einzelne hervor. Wir nennen uns ganz nett Kollektiv, weil alle irgendwie wichtig sind.
[02:08] Ihr seid dabei, einen Verein zu gründen. Was macht der denn und wie kam es dazu?

Wir sind dabei, den Verein zu gründen, um einfach ein schönes Dach, ein schönes Häuschen drum rum zu haben. Wir werden ja oft gefragt: Wer sind wir, was machen wir? Wie kann man uns beitreten? Was sind die nächsten Veranstaltungen? Um das möglichst gut zu bewältigen, braucht man etwas Offizielles. Und da war ein Verein das Naheliegendste.

[02:50] Was macht ihr denn als Localgirlbosses?
Wir sind alles Einzelunternehmerinnen. Grundsätzlich geht es darum, dass wir uns gegenseitig unterstützen und dass man einen Anlaufpunkt hat und sich nicht so allein fühlt in seinem Unternehmensalltag. Und dann geht es natürlich auch darum, dass wir gemeinsam viel mehr Sichtbarkeit erreichen. Wenn wir zum Beispiel gemeinsame Veranstaltungen haben, auch eine Messe ist in Zukunft geplant.
[03:23] Wie war denn eure erste Veranstaltung?

Es war nicht die erste Veranstaltung. Wir haben schon einige gemacht, aber es war die erste in dieser Größenordnung. Wir hatten ja um die 150 Gäste, was natürlich auch eine Hausnummer war und wir auch sehr überrascht waren, dass es so gut angenommen wurde. Es ging um das Thema digitale Kommunikation. Es ging ums Vernetzen und Netzwerken. Am Schluss ist jeder zufrieden und glücklich nach Hause gegangen.

[04:35] Wie war das Feedback von den Teilnehmern?
Das Feedback war gigantisch für uns. Gestern erst stand ich im Laden und eine Teilnehmerin, mit der ich mich lange unterhalten hatte, reingekommen und hat gewunken: Ich habe mich für die nächste Veranstaltung eingetragen! Bei diesen Zetteln, die unsere Gäste ausfüllen durften, da war das Feedback durchweg positiv.
[05:23] Welche Veranstaltungen sind als nächstes geplant?
Es gibt einen Tanzkurs für alle Interessierten. Das sind unsere sogenannten Inside-Veranstaltungen, bei denen wir bei jeder Girlboss vorbeischauen und sie ihr Unternehmen vorstellt und eine Kostprobe gibt sozusagen. Und dann haben wir natürlich noch unsere Netzwerkveranstaltungen in Zukunft und auch Themenworkshops, wie zum Beispiel Instagram.
[06:49] Wie ist es denn so, einen Verein zu gründen? Was sind eure nächsten Schritte?

Localgirlboss: Es war tatsächlich der Ausgangspunkt. Ursprünglich waren wir zu dritt und dann sind wir immer mehr geworden waren plötzlich 15. Und das war dann der Punkt, wo wir gesagt haben: Okay, lass uns da mal ein Konzept draus machen, damit das Ganze professionell weitergeht. Dann haben wir uns geeinigt, dass die Gründung des Vereins der nächste sinnvolle Schritt ist. Dann kam die erste Vereinssitzung, Gründungssitzung, Satzung schreiben usw.

Annie: Ich finde es spannend und wichtig für jeden, der selbstständig ist, sich zu vernetzen. Das bringt einen persönlich weiter, man bekommt tolle Kontakte, kriegt vielleicht auch Kunden und kann gemeinsam wachsen und voneinander lernen.

[09:01] Was waren für euch die wichtigsten Aha-Momente?

Alexa: Für mich ist es ein Aha-Moment nach dem anderen. Seitdem ich mit euch zusammen arbeite und wir uns regelmäßig treffen, habe ich so viel Neues dazugelernt. Man kann sagen, dass ich letztes Jahr socialmediamäßig aufgeblüht bin. Vorher war ich einfach nur die Töpferin. Dann habe ich gesehen wie Laura und die andere Laura von Kekszauber mit Social Media umgehen und wie viel das bringt. Ich wusste vorher nicht einmal was ein Podcast ist. Jetzt lerne täglich Neues dazu. Das ist toll!

Katharina: Was ich so toll finde ist, dass wir ganz unterschiedliche Charaktere sind, aber dadurch ergänzt sich das irgendwie so gut. Jede bringt ihre Ideen, Kompetenzen und Erfahrungen mit. Es ist genau wie Alexa es vorhin schon gesagt hat: Ich lerne jeden Tag Neues dazu und unser Kollektiv gibt mir auch Sicherheit. Man fühlt sich nicht so alleine und fühlt sich unter die Arme gegriffen.

Laura: Seitdem wir so intensiv zusammenarbeiten traue ich mich Sachen, die ich können möchte – nicht um mehr Arbeit zu haben, sondern um sicherer zu sein, wenn ich jemand anders diese Arbeit übertragen würde.

[12:58] Wie geht ihr um mit der Selbstständigkeit? Gibt es in eurem Freundes- und Bekanntenkreis viele Selbstständige?

Laura: Teils, teils. Wir Girlbosses sind ja auch untereinander befreundet, es sind also nicht nur die wirtschaftlichen Interessen, sondern wir unternehmen auch was miteinander. Ich glaube, wenn man erfolgreich selbstständig ist, sich über kurz oder lang mit den richtigen Menschen umgibt, dann ist da einfach keine Energie und kein Platz mehr für Leute, die das nicht nachvollziehen können. Ich glaube das ist ein natürlicher Prozess, dass man Leute um sich hat, die eine ähnliche Energie haben und einen ähnlichen Takt. Manchmal geht man als Selbstständiger einfach ein paar Schritte schneller als jemand, der angestellt ist. Natürlich nicht immer, aber oft.

Annie: Wie ist denn das bei dir, Alexa? Was ist für dich der Vorteil der Selbstständigkeit?

Alexa: Ich bin Töpfergesellin und da gibt es nicht so wahnsinnig viel Auswahl, wo man sich anstellen lassen kann. Ich war direkt nach meiner Lehrzeit für ein Jahr auf 400-Euro-Basis angestellt, habe da Erfahrungen gesammelt und dann war für mich der Punkt erreicht, wo ich gesagt habe: Ich möchte einfach was Eigenes machen. Ich bin vielleicht auch ein Spezialfall in unserer Truppe. Ich bin sehr, sehr, sehr langsam gewachsen. Ich habe klitzekleine Schritte gemacht und, wie gesagt, letztes Jahr durch diesen ganzen Input von außen bin ich dann größere Schritte gegangen.

Annie: Und wie war es bei dir, Katharina?

Katharina: Ich denke auch eigentlich ein bisschen ähnlich wie bei dir. Ich wollte gerne selbst kreativ bleiben und selbst auch meine Ideen direkt umsetzen können. Das kann ich, wenn ich in einer Tanzschule angestellt bin, natürlich nicht so umsetzen. Wobei ich auch schon sehr lange selbstständig in diesem Bereich bin. Ich habe zwar auch studiert nebenbei und hatte auch eine Phase, in der ich überlegt habe, ob ich mit dem Tanzen weitermachen soll. Aber dann hat die Leidenschaft überwiegt.

[21:40] Wie ist es bei dir, Katharina? Hast du angestellte Tanzlehrer?

Katharina: Ja, ich habe zwei Assistenten, die in größeren Kursen mit dabei sind und ein bisschen mithelfen. Ansonsten mache ich tatsächlich alles selbst. Aber bei mir ist auch so ein Punkt erreicht, wo ich überlege, stundenweise Sachen abzugeben. Einfach, dass ich mehr für die Hochzeitspaare persönlich da sein kann, weil sie auch gut beraten werden möchten oder dass ich eine virtuelle Assistentin habe, die vielleicht zweimal pro Woche das Telefon übernimmt.

Laura: Ich mache an sich alles selbst, aber beim Verpacken hilft mir manchmal meine Mama. Bei Hochzeiten oder an Weihnachten hat sie dann noch die Muße das Schleifchen schön zu binden. Was ich ganz outgesourced habe, ist meine Buchhaltung. Ich bereite natürlich die Belege vor, aber ich habe einen Steuerberater.

[25:30] Wie finanziert ihr euch und wie haushaltet ihr mit eurem Geld?

Laura: Ich beschäftige mich da noch nicht genügend damit, aber schon mehr als am Anfang. Ich höre da auch viele Podcasts nebenbei beim Arbeiten, was man optimieren kann. Das Finanzielle ist nicht so sexy, das muss man zugeben. Aber es ist ganz, ganz wichtig, und ich bin da noch nicht so gut aufgestellt, dass ich sage: Ich habe Unterkonten oder ich habe alles nach einem bestimmten Schema gemacht. Bei uns im Handwerk ist Skonto sehr wichtig. Daher achte ich darauf, dass ich viele Sachen zackig zahle oder es per Lastschrift abgebucht wird, damit ich Skonto ziehen kann.

Katharina: Mir gehts eigentlich ähnlich wie dir, dass ich momentan auch ganz gern den direkten Überblick habe. Das heißt, wenn Rechnungen kommen, zahle ich sofort, weil ich das auch nicht mag, wenn ich das immer im Hinterkopf habe. Bei mir ist aber auf jeden Fall definitiv noch Optimierungsbedarf. Ich habe mich auch in letzter Zeit eher intensiver damit beschäftigt und mir meine Pläne schon gemacht, mit verschiedenen Unterkonten und so weiter. Die Umsetzung fehlt aber noch.

Alexa: Ich habe mein Geschäftskonto. Ich zahle mir monatlich mein Gehalt aus auf unser Privatkonto. Unterkonten habe ich mir nicht überlegt, werde ich mir nicht überlegen, weil ich ganz genau weiß, was an Eingang und Ausgang da ist. Ich mache meine Buchhaltung selbst, ich mache meine Steuererklärung selbst. Ich habe da schon einen Überblick. Und selbst wenn ich es auf Unterkonten schieben würde, würde ich trotzdem genau wissen. Rechnungen zahle ich tatsächlich bis spätestens zwei Tage nach Erhalt, weil ich das Gleiche auch von meinen Kunden erwarte.

[34:50] Gibt es abschließend etwas, was Ihr Leuten mitgeben wollt, die sich selbstständig machen wollen?

Alexa: Ich persönlich finde, die Selbstständigkeit ist keine heilige Kuh. Man kann sich eigentlich überall irgendwie ein bisschen informieren. Und um dann tiefer zu gehen, ist es tatsächlich wichtig, mit anderen zu reden. Mit Gleichgesinnten, mit solchen Vereinen wie Localgirlboss. Einfach reden, reden, reden, sich informieren, viel im Internet schauen und passende Modelle für sich raussuchen und einfach trauen zu machen, am besten in kleinen Schritten. Dann kann man nicht so tief fallen.

Katharina: Was sich bei mir immer wieder bestätigt, ist, dass man einfach mal machen muss. Klar, man soll sich schon gut vorbereiten, braucht ein Konzept und so weiter. Aber letztendlich ist es wichtig, auch einmal den ersten Schritt zu gehen. Im Endeffekt ist es ein Prozess.

Laura: Man muss sich einfach trauen, einfach machen, aber nicht mit rosa Brille. Man sollte alles durchrechnen und sich auch überlegen: Will ich die Unsicherheit, das vielleicht mal im Monat nicht viel reinkommt. Will ich, dass ich dauernd erreichbar bin, selbst und ständig, dass ich mich mit vielen Sachen auseinandersetzen muss, die mir vielleicht in erster Linie gar nicht so Spaß machen. Und wenn ich da zu dem Entschluss gekommen bin, auf jeden Fall, dann einfach machen, dann soll da nichts im Wege stehen. Ich denke es ist auch wichtig, sich nicht mit anderen zu vergleichen, die das Ganze schon 15 Jahre machen.

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