ETF-Sparpläne und Aktien

Das beste Depot für Einsteiger

Die Börse crasht und noch nie haben so viele Menschen bei Google geschaut, wie man jetzt Aktien kaufen kann. Auch ich schaue aktuell regelmäßig durch meine “Börsen-Shopping-Liste” nach “Angeboten”. Doch bevor du auf den Zug aufspringen kannst, brauchst du ein Depot.

Deshalb erfährst du in diesem Beitrag, worauf du bei deiner Depoteröffnung achten solltest, was dich das eigentlich kostet und warum Trade Republic meiner Meinung nach der ideale Broker für Einsteiger ist. Und ja, es gibt natürlich unzählig viele Anbieter und es gibt auch nicht pauschal DAS beste Depot. Wie immer: “Es kommt darauf an.” Es kommt darauf an, wofür du das Depot nutzen möchtest, was dein Ziel damit ist, was du genau kaufen möchte und noch vieles mehr. Deshalb erfährst du auch, welche Fragen du dir beantworten solltest, bevor du weißt, welches Depot am besten zu dir passt.

Genau wie Business- und Tagesgeldkonten, habe ich auch nicht nur einen einzigen Broker – so kannst du Depots auch nennen. Mein zweites Depot führe ich bei meiner Hausbank der DKB. Jeder Euro hat bei mir eine Aufgabe und je nach Zweck, brauche ich auch ein anderes Konto oder Depot dafür. Aber jetzt erstmal von vorn: Worauf muss du denn nun beim Depot achten?

Welches Ziel möchtest du mit deinem Depot erreichen?

Stell dir vor, du fährst in den Urlaub zum Wandern und brauchst dazu neue Schuhe. Klar ist, du wirst dort weder mit Flip Flops noch mit High Heels glücklich, auch wenn das an sich tolle Schuhe sind – vielleicht sogar die besten, nur nicht für diesen Anlass. Deshalb gehst du in ein Sportgeschäft. Du suchst dir die Wanderschuhe, die am besten passen – für deine Füße, deine angedachte Verwendung und deinen Geldbeutel. Dabei nimmst du vielleicht nicht gleich die für 500 EUR, denn du bist kein Profisportler und willst auch nicht auf den Mount Everest. Also brauchst den ganzen Schnick Schnack nicht. Du fährst dieses Jahr schließlich nur einmal Wandern.

Genau so ist es auch mit einem Depot. Als Börsen-Einsteiger wirst du mit deinem Depot einen ETF-Sparplan einrichten und vielleicht auch noch Aktien kaufen wollen. Du möchtest mehr aus deinem Geld machen, dein Vermögen aufbauen oder fürs Alter vorsorgen. Denn eins ist klar: Auf dem Sparbuch wird dein Geld durch die Inflation mit Sicherheit weniger. Du möchtest bestimmt nicht sofort riskante Optionsscheine, Zertifikate oder Derivate kaufen. Du brauchst auch noch keine Limitorder oder hochkomplizierte Wertpapieranalysen. Du möchtest einfach anfangen, ohne hohe Kosten und ohne den ganzen Schnick Schnack. Der kommt vielleicht später, wenn du Profisportler – ach nee, Börsenprofi bist. Deshalb liebe ich Trade Republic: Es hat alle Grundfunktionen, die du für ETF-Sparpläne und Aktien brauchst. Alles ander verunsichert zu Beginn einfach nur und ist oft zu teuer.

Was willst du mit deinem Depot kaufen?

Aktien, ETFs, Optionsscheine & Co. kaufst du wie deine Wanderschuhe auf einem bestimmten Marktplatz. Für die Schuhe gehst du ein Schuhgeschäft. Für die Wertpapiere gibt es die Börse. Doch nicht alle Schuhgeschäfte haben Wanderschuhe. Und nicht jede Börse hat alle Wertpapiere. Suchst du also etwas Exotisches, wie bestimmte REITs (Real Estate Investment Trusts), dann wirst du die nicht an allen deutschen Börsen finden. Und nicht jeder Broker bzw. jedes Depot hat Zugriff auf alle internationalen Börsen. Für den Handel mit REITs eignet sich beispielsweise CapTrader wunderbar. Was REITs sind und warum das eine super Anlage für regelmäßige passive Einnahmen ist, werde ich in einem anderen Beitrag erläutern.

Demnächst gibt es dazu einen Podcast mit Luis Pazos von Nur Bares ist Wahres, zu dem wir eines seiner Bücher verlosen: Bargeld statt Buchgewinn: Mit Hochdividendenwerten zum passiven Monatseinkommen. Möchtest du als Einsteiger erst einmal nur ETFs und Aktien kaufen, dann eignen sich fast alle deutsche Depots wunderbar. Auch hier ist für mich Trade Republic mein Sieger. Bis auf einen einzigen Fonds habe ich dort bisher alle Wertpapiere gefunden, die ich gesucht habe. Und der Preis ist einfach unschlagbar. Dazu aber mehr in den nächsten Absätzen.

Was genau soll dein Depot für dich machen?

Für gewöhnlich startest du mit einem ETF-Sparplan. Das ist wie ein Spardauerauftrag. Du sagst deinem Depot wann, wie viel und was es kaufen soll: “Liebes Depot, kaufe immer am 1. des Monats für 50 EUR den ETF, den ich mir ausgesucht habe.” Naja, so oder so ähnlich wird das laufen. ETF-Sparpläne kannst du jederzeit anpassen, ändern, löschen, erhöhen oder reduzieren. Bei einzelnen Aktien läuft das für gewöhnlich etwas anders. Da schaust du dir die Preise, die Aktienkurse, an und sagst deinem Depot zum Beispiel: “Bitte kaufe oder verkaufe jetzt 10 Aktien von der Firma, die ich mir ausgesucht habe.”

All das sind Aufträge an dein Depot. Ein Auftrag wird auch Order genannt. Jedes Depot hat andere Ordergebühren. Alle wollen Geld für ihre Arbeit – die Bank, die dein Depot verwaltet und deine Wertpapiere verwahrt, und die Börse, die deine Order für dich ausführt. Möchtest du also viel Handeln, sehr oft kaufen und verkaufen, dann gibt es dafür spezielle Depots, die dir Rabatte anbieten – quasi eine Order-Flatrate. Die Gebührenmodelle sind ganz unterschiedlich. 

Was kostet dein Depot?

Mein Depot bei der DKB ist kostenfrei und die Order kostet pauschal 10 EUR für jeden Auftrag bis 10.000 EUR, ohne weitere versteckte Kosten, wenn ich für den Auftrag eine bestimmte Börse wähle. Für die Ausführung eines ETF-Sparplans zahle ich bei der DKB pauschal 1,50 EUR. Bei anderen Anbietern musst du rechnen. Da zahlst du beispielsweise 5 EUR pro Order + 0,25% vom Auftragsvolumen, also 0,25% von der Summe, für die du Wertpapiere kaufst. Das kann ganz schnell teuer werden. Besonders wenn dann zusätzlich noch weitere Kosten für den Marktplatz, also die Börse dazu kommen. Manche Banken verlangen schon für das Depot an sich eine Grundgebühr, ganz ohne Order.

Das bin ich nicht bereit zu zahlen. Denn alle Kosten schmälern meine Rendite, also den Gewinn, den ich mit meinem Depot erzielen möchte. Einsteiger, wie du, die erstmal nur ETF-Sparpläne nutzen möchten und hier und da vielleicht eine Aktie kaufen, brauchen weder eine Order-Flatrate noch irgendwelchen anderen Schnick Schnack. Zum dritten Mal ist hier für mich Trade Republic mein Sieger: Das Depot an sich und die ETF-Sparpläne sind komplett kostenfrei und eine Order kostet immer nur 1 EUR. Das ist einfach und verständlich, ohne Rechnen zu müssen, ohne versteckte Kosten – ideal zum Ausprobieren. Du brauchst also nicht gleich 1.000 EUR oder mehr für Aktien ausgeben, damit “es sich lohnt”. Du kannst auch schon mit kleineren Beträgen deine Börsenerfahrungen sammeln. 

Du fragst dich, warum Trade Republic so günstig ist? Ganz einfach: Trade Republic ist ein deutsches Start Up mit Vollbanklizenz, das anders als die großen etablierten Banken, keine riesigen Büroräume mieten muss, keine tausenden Mitarbeiter beschäftigt und keine langsame manuellen Prozesse hat. Dadurch, dass Trade Republic noch nicht so lange am Markt ist, konnte das junge Unternehmen alle Prozesse sofort digital aufbauen und spart dadurch unheimlich Kosten ein. Natürlich heißt das auch, dass Trade Republic noch nicht alle Broker-Funktionen bietet, wie manch andere Bank. Doch Einsteiger brauchen meiner Meinung nach nicht mehr. Außerdem entwickelt sich das Angebot stetig weiter und die steigenden Nutzerzahlen sprechen für sich.

Ist dein Broker mobil?

 quasiFür mich ist es selbstverständlich, dass ich mein Depot immer dabei habe – genau wie meine Schuhe. Deshalb ist eine App für mich Grundvoraussetzung. Das fängt bei der Kontoeröffnung an. Ich erwarte ein einfaches und unkompliziertes Verifizierungsverfahren, am besten per Videoident, ohne dass ich irgendeine Bankfiliale aufsuchen muss. Auch Depot- oder Kontoauszüge möchte ich als PDF erhalten, per E-Mail oder am besten zum Download in der App. Das macht es später bei der Steuererklärung leichter. Und es muss schnell gehen: Ich möchte nicht lange auf Überweisungen warten und möchte meinen Konto-/Depotstand jederzeit im Blick haben.

Es hat dennoch Vorteile ein Depot ohne App zu haben. Oftmals spart es sich leicher – aus den Augen und aus dem Sinn. Eine App und einfaches Traden verleitet auch mal schnell zu kaufen und zu verkaufen. Du kennst dich selbst am besten! Es gibt viele andere tolle Anbieter am Markt wie die comdirect oder die ING, bei denen du nicht zwingend die App brauchst.

Dein Depot braucht ein Verrechnungskonto.

Jedes Depot braucht natürlich ein Verrechnungskonto: irgendwo muss das Geld ja herkommen, um die Aktien und ETFs zu kaufen, und irgendwo hin müssen die Erträge und Verkaufserlöse ja ausgezahlt werden. Bei der DKB ist das für mich ganz einfach. Dort habe ich mein privates Girokonto. Das ist auch gleichzeitig mein Verrechnungskonto für meinen DKB-Broker. Du kannst das Depot bei der DKB allerdings nur eröffnen, wenn du auch gleichzeitig das DKB-Cash als Verrechnungskonto benutzt. Das ist bei anderen Banken ähnlich.

Bei Trade Republic ist das etwas anders. Trade Republic arbeitet, genau wie Bison oder kontist, mit der solarisBank AG zusammen. Die solarisBank AG fungiert im Hintergrund als Verrechnungskonto. Ich überweise also jeden Monat einen gewissen Betrag an meine Trade Republic App, um immer genug Geld für den Kauf von Wertpapieren bereit zu haben, denn eine Überweisung kann schon mal ein bis zwei Tage dauern. Trotz dessen, dass Trade Republic als App angeboten wird, ist es natürlich ein Unternehmen mit einer Vollbanklizenz – made in Germany.

Was musst du beim Kauf von Wertpapieren beachten?

Wie du den passenden ETF für dich findest oder die Aktien mit dem größten Gewinnpotential oder der höchsten Dividendenrendite, steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt. Doch für all das, brauchst du immer ein Depot. Ich könnte sicher mindestens 10 weitere Blogbeiträge zur Wertpapierauswahl schreiben. Das ergibt unzählig viele Themen: verschiedene Risiken, Anlagedauer, Gebühren, Verfügbarkeit, Sicherheit, Rendite, Versteuerung uvm. Wenn du es nicht abwarten kannst, empfehle ich dir das Taschenbuch So funktioniert die Börse. In meinem Beitrag zu den besten Finanzbüchern, findest du natürlich noch mehr.

Meine Finanzblogger-Kollegin Margarethe von fortunalista hat dazu auch einen Online-Finanz-Kurs erstellt. Mit dem Gutscheincode FRAUSCHNABELKRAUT50 erhältst du 50 EUR Rabatt. Hör gern in meinen Podcast mit Margarethe rein, um dir ein Bild von ihr zu machen. Der Podcast wird am Sonntag, den 26. April 2020 veröffentlicht. Ansonsten steht dir natürlich auch immer die Tür zur Facebook-Community “Annie und die starken Frauen” offen. Dort biete ich ab und zu Live Sessions oder Webinare zum Thema an und du kannst dich natürlich mit anderen interessierten Frauen jederzeit dazu austauschen.

Fazit & Depotvergleich

Trade Republic ist aus meiner Sicht der ideale Broker für Einsteiger: Vollbanklizenz made in Germany, mobil, einfach zu handhaben, wenn du weißt, was du willst und mit 1 EUR pro Order super günstig bzw. für ETF-Sparpläne sogar kostenfrei. Trade Republic ist auf das Wesentliche beschränkt: übersichtlich, einfach und verständlich. Manch Börsenprofi wird hier natürlich nicht auf seine Kosten kommen. Doch für das, was ich erwarte und was Anfänger brauchen, ist es spitze. Durch die geringen Kosten lohnt es sich auch mit kleinen Beträgen einzusteigen und Erfahrungen zu sammeln. Ich habe dir trotzdem hier unten einen Depotvergleich angefügt, denn dein Ziel und deine Depotverwendung kann natürlich von meiner abweichen. Dann kann es sein, dass ein anderes Depot für dich besser passt oder du einfach mehrere Depots brauchst.

Wozu eignet sich Trade Republic nicht? Trade Republic kannst du nur auf eigenen Namen eröffnen, nicht für dein Kind. Auch Gemeinschaftsdepots für dich und deinen Partner sind nicht möglich. Dafür kannst du beispielsweise die comdirect oder die ING gut nutzen. Wenn du Aktiensparpläne möchtest bist du bei der Consorsbank gut aufgehoben, bei ausländischen Papieren wie bestimmte REITs kann ich dir CapTrader empfehlen. Onvista hat eine interessante Festpreis-Ordergebühr und eine riesige Auswahl an Fonds, die du aktuell noch nicht alle bei Trade Republic findest. Möchtest du grüne nachhaltige Investments und am besten eine automatisierte Vermögensverwaltung, dann ist VisualVest etwas für dich. Den Robo Advisor habe ich erst kürzlich gestestet. Meinen Erfahrungsbericht findest du hier.

Du siehst also – es gibt nicht DAS beste Depot. Es gibt nur das beste Depot für DICH und deinen Verwendungszweck. Wenn du also mehrere unterschiedliche Ziele mit deinem Depot verfolgst, dann spricht also nichts dagegen mehrere Depots zu eröffnen. Für den jeweiligen Anwendungsfall das Passende.

Viel wichtiger als 100 Jahre das beste Depot zu suchen, ist einfach mal anzufangen. Deine Entscheidung ist nicht in Stein gemeißelt. Du kannst jederzeit deine Wertpapiere in andere Depots übertragen lassen. Du bindest dich durch deine Entscheidung nicht für alle Zeit an eine Bank. Und auch die Kosten sollten nicht der einzige Grund sein, weshalb du dich für ein Depot entscheidest. Wichtig ist, dass du dich dabei wohl fühlst, dass du Vertrauen in deine Bank hast und dich gut aufgehoben fühlst. Bei Designer-Handtaschen geben wir auch viel Geld aus, obwohl wir wissen, dass die no name Tasche auch das tut, was sie soll – doch vielleicht mit einem anderen Gefühl. Also einfach mal machen! Viel Spaß beim Depot einrichten und Wertpapier-Shopping.

4 Kommentare
    • Gern geschehen.

      Antworten
  1. Hi,

    warum Trade Reublic als Einsteigerdepot? Warum wird kein Depot bei den „etablierten“ Anbietern empfohlen, welche schon länger auf dem Markt sind? Immerhin kann man TR nur per Smartphone nutzen und nur auf bestimmten Handelsplätzen, was das ganze für mich persönlich schon sehr einschränkt.

    Viele Grüße

    Antworten
    • Hallo Dennis, wenn du eine App nicht magst, dann ist das für TR ein KO-Kriterium. Da hast du Recht. Ich finde TR für Anfänger super, gerade weil es so leicht zu bedienen und vor allem so unschlagbar kostengünstig ist. Kosten senken deine Rendite und je weniger eine Order kostet, desto mehr lohnt es sich auch schon mit kleinen Beträgen einzusteigen. Ein Anfänger möchte vielleicht nicht gleich tausende Euro in eine einzige Aktie packen, sondern erstmal mit mehreren kleinen Käufen Erfahrung sammeln. Brauchst du bestimmte Handelsplätze – beispielsweise ausländische Börsen für den Kauf bestimmter REITs oder möchtest du mehr Orderoptionen (Limitorder etc.) dann ist TR für diese Zwecke nichts dich. Aus meiner Sicht braucht ein Anfänger den Schnick Schnack noch nicht und deshalb finde ich persönlich TR für Einsteiger bestens geeignet. Ich selbst habe mehrere Depots, da es bestimmte Papiere bei TR noch nicht gibt. Von der Kostenstruktur hab ich allerdings bisher keinen günstigeren Broker gefunden. Hast du einen guten Rat? Welche Depots nutzt du und warum? LG zurück, Annie

      Antworten

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