Christiane Stein

Bühne ohne Lampenfieber

Christiane Stein, Moderatorin für Events und Kongresse im Bereich Digitalisierung und Innovationstrends, spricht mit mir über ihre Selbstständigkeit. Sie erzählt über ihre Karriere in der TV-Branche, ihr Verhältnis zu Geld und ihr Leben als Freiberuflerin und 3fache Mutter.

Ich habe die ehemalige n-tv Nachrichtensprecherin bei einer Veranstaltung in Hamburg kennengelernt. Dort war ich als Keynote Speaker zum Thema Digitalisierung gebucht und Christiane führte als Moderatorin durch den Tag, leitete Podiumsdiskussionen und interviewte die Veranstalter. Ich war beeindruckt mit welcher Souveränität und Leichtigkeit Christiane auftrat. Da war mir sofort klar: So eine starke Frau muss in meinen Podcast.

Vor meinem Mikro tauschten wir die Rollen: Jetzt durfte Christiane antworten und ich die Fragen stellen. Ich bin beeindruckt von ihrer Geschichte, ihrer Hartnäckigkeit gesteckte Ziele zu erreichen, ihren Umgang mit Rückschlägen und ihre positive Haltung zum Leben. Das steckt an, sicher auch dich. Viel Spaß beim Podcast hören oder YouTube schauen.

Podcast – Annie und die starken Frauen

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Alles auf einen Blick: Hier sind die Links zu Christianes Kanälen und zu den Themen, über die wir im Podcast gesprochen haben. 

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Dieser Hunger nach Leben: Mit 20 Jahren in Malaysia zum Tode verurteilt

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Fragen & Antworten

Du möchtest die Kernaussagen noch einmal auf einen Blick? Du magst lieber Lesen als Zuhören? Kein Problem. Hier findest du das für dich aufbereitete Transkript der Podcast-Folge. Viel Spaß beim Nachlesen.

[04:17] Wer bist du und was machst du?
Ich bin Journalistin und Moderatorin, habe viele Jahre beim Nachrichtenfernsehen gearbeitet und parallel immer auch Kongresse, Konferenzen und Veranstaltungen begleitet. Das ist das, worauf ich mich hauptsächlich fokussiere. Ich bin sehr viel deutschlandweit unterwegs zu den Schwerpunktthemen Digitalisierung, Innovationen, KI oder digitale Ethik.
[05:35] Wie kommt man denn dazu, ins Fernsehen zu gehen und Moderatorin zu werden? Wolltest du das schon immer?
Ich habe schon als kleines Mädchen diese Bilder im Kopf gehabt und unheimlich bewundernd Fernseh- und Nachrichten-sprecherinnen angeguckt. Das hat mich total fasziniert und ich habe das mit meinen Freundinnen nachgestellt. Es gibt tatsächlich noch alte Aufnahmen von mir, wo ich vor der Kamera das Wetter erkläre. Ich habe dann aber zunächst eine kaufmännische Ausbildung gemacht und Wirtschaft studiert, aber die Bilder waren im Kopf und irgendwann hatte ich einen Moment, wo ich dachte: Jetzt oder nie!
[06:54] Wie funktioniert das? Wie wird man zur Moderatorin?

Es war wirklich so ein Moment. Ich habe in eine Ausbildung in einem Bauunternehmen gemacht, dort in der Buchhaltung gearbeitet und habe dann gedacht: Das möchte ich eigentlich nicht dauerhaft machen. In einer Zeitschrift habe ich dann den Satz von Kate Moss gelesen: „Man kann alles schaffen, wenn man es nur wirklich will.“ Ich habe die Gelben Seiten aufgeschlagen, nach Filmproduktionen gesucht und eine angerufen. Der Mann am Telefon war sehr nett und meinte: “Wenn du mal was beim Fernsehen machen willst, wir buchen unsere Komparsen immer über das Arbeitsamt.”

Ich habe mir dann wirklich eine lange Deadline gesteckt. Ich war damals 20 und habe mir gesagt, dass ich es bis 30 schaffen möchte. Ich habe dann ganz klein mit Komparserie angefangen und es immer weiter professionalisiert. Ich hatte schon ganz früh ein Handy, das war im Jahr 1994 oder so. Das hat mir sehr geholfen, weil ich immer schnell erreichbar war, während alle anderen Studenten immer erst abends ihre Anrufbeantworter abgehört haben. Damals habe ich schon gelernt, dass es ein Investment ist.

[10:03] Wie funktioniert das mit den Arbeitsverträgen?
Das ist eine Umstellung. Das ist etwas, dass muss man dann natürlich aushalten können. Ich habe natürlich nicht gleich einen festen Vertrag bekommen. Ich habe für diese Komparsenjobs Geld bekommen, man wird mal angerufen für einen kleinen Job beim Fernsehen und bekommt dafür dann an dem Tag Geld. Bei einem Fernsehsender habe ich dann sogar einen festen Vertrag bekommen. Das hat sich immer so vermischt. Es waren fest-freie Verträge. Man weiß, man darf da arbeiten, aber man hat natürlich nicht so ein festes kalkulierbares Gehalt wie in anderen Branchen. Ich kann das mittlerweile recht gut. Mir sind diese Freiheiten wichtiger als die Sicherheit.
[12:36] Wie funktioniert das, wenn man nur an 10 Tagen im Monat arbeitet?
Man hat ja mehrere Arbeitgeber, zum Beispiel wenn man auf Kongressen unterwegs ist. Dann hat man mal eine Roadshow, dann mal eine Veranstaltung, die 1-2 mal läuft. Ich hatte bei n-TV ein paar Tage etwas zu tun, dann habe ich bei einer Akademie Journalismus und Moderation mehrmals die Woche unterrichtet. An einigen Tagen sitzt man eben an seiner Buchhaltung, macht Akquise oder arbeitet an seiner Website. Das mischt sich so zusammen und nachher hat man doch an jedem Tag etwas zu tun.
[14:38] Wie kriegst du das alles logistisch alles unter einen Hut? Du hast ja auch Familie.

Ja genau, ich habe drei Kinder. Klar, als Studentin kann man sich auf sich konzentrieren. Bei n-TV war es zum Beispiel so, da habe ich fast nur am Wochenende gearbeitet. Im Nachhinein war das schon eine harte Zeit, weil ich auch viele Frühschichten gemacht habe und dann noch kleine Kinder…da war nichts mit am Wochenende ausschlafen. Am Wochenende hat mein Mann sich um die Kinder gekümmert, unter der Woche habe ich das gemacht. Mittlerweile sind die Kinder größer. Ich habe sehr gerne auch Messen gemacht. Die habe ich dann viele Jahre abgesagt, weil es einfach zu viele Tage gewesen wären.

[16:09] Was sind für dich die Vor- und Nachteile im Angestelltenverhältnis und jetzt in der Freiberuflichkeit?
Ein Vorteil ist für mich die Freiheit. Wenn ich für einen Kongress gebucht bin, kann ich natürlich nicht entscheiden, wann ich da hin fahre, aber ich kann im Vornherein entscheiden, habe ich an dem Tag Zeit, interessiert mich das Thema. Man ist für sich selbst verantwortlich. Ich glaube ich kann ganz gut für mich selbst die Verantwortung übernehmen. Bisher hat es auch immer gut funktioniert. Das sind für mich die Vorteile: Eigenverantwortung, Freiheit, die Kreativität, die man hat, aber vor allem, dass man alleine entscheiden darf. Ich entscheide ganz gerne alleine, wie meine Homepage aussieht, wie ich einen Text schreibe…
[18:47] Wie funktioniert es denn die Moderation bei einem Kongress? Wie bereitest du dich vor?
Du merkst schon, wie meine Augen anfangen zu glänzen, weil ich einfach so viel Spaß daran habe. Wenn jemand anruft und sagt: “Wir haben einen großen Kongress und da sind tolle Themen”, dann habe ich natürlich vorher ein Briefing. Da fragt man natürlich, was das Ziel von der Veranstaltung ist, wie das Motto lautet, wer eingeladen ist, mit welchen Botschaften die Menschen nach Hause gehen sollen und welche Kernbotschaften transportiert werden sollen. Und ich bereite das dann entsprechend vor.
[21:00] Wie gehst du mit Überraschungen und Planänderungen bei Veranstaltungen um?
Das ist ja das Spannende an den Live-Geschichten. Man muss alles so nehmen wie es kommt und daraus etwas machen. Man muss schlagfertig und spontan sein und es auch aushalten, dass man sich mal blamiert. Man muss es abkönnen, dass man vielleicht mal an einer Stelle hadert oder hängt. Ich finde es immer wichtig, dass man es positiv aussehen lässt. Wenn es mal passiert, dass ein Gast die Zeiten nicht eingehalten hat, dann wäre es fatal zu sagen: “Oh, da ist jetzt jemand nicht pünktlich!” Als Moderator ist man dafür zuständig, die anderen gut aussehen zu lassen und den roten Teppich für sie auszurollen.
[22:38] Hast du eine Geschichte, wo etwas schief gelaufen ist und du es aber noch gut umdrehen konntest?
Es passieren immer schöne Dinge, wenn man einen Talk hat und spontane Lacher entstehen. Ich habe schon eine Situation gehabt, wo jemand in einer Podiumsdiskussion mit einem so starken Akzent Englisch gesprochen hat, dass ich ihn nicht verstehen konnte. Dann wirft man mal geschickt den Ball weiter. Aber ich finde viele Dinge auch überhaupt nicht schlimm. Wenn man sich mal verspricht, findet das Publikum es auch nicht schlimm.
[24:28] Hast du kein Lampenfieber?
Jetzt überhaupt nicht mehr, ich habe mir das abgewöhnt. Aber damals, als es noch mein Traum war, habe ich mich als Schülerin niemals für ein Referat gemeldet. Vielleicht war es auch ein bisschen eine eigene Therapie, dass ich sowas machen wollte, weil ich nicht immer so forsch vorneweg war. Lampenfieber bringt gar nichts. Daher: Einfach machen und die Chancen ausnutzen, die man bekommt. Man muss sich lösen von dem Gedanken, 100% vorbereitet zu sein.
[34:02] Wie hast du deine Preise festgelegt? In der Branche gehen die Gagen ja sehr weit auseinander.
Zunächst ist man natürlich mit vielen anderen unterwegs, die in diesem Bereich tätig sind. Man bekommt natürlich mit, wie die Preise sind und probiert ein bisschen aus. Dann merkt man irgendwann, welche Preise funktionieren, was bin ich wert, was sollte der Kunde bezahlen. Wenn man Barbara Schöneberger bucht, dann ist da natürlich auch der riesige Bekanntheitsgrad, für den man mitzahlt. Je älter man wird, desto mehr hat man vielleicht auch ein Recht darauf, mehr zu verlangen.
[37:04] Wie stehst du zum Thema Geld?
Da sind die Amerikaner glaube ich ganz anders, wobei sich das auch schon ändert. Man hat natürlich seine Kolleginnen und Kollegen, mit denen man ein vertrauteres Verhältnis hat und sowas bespricht. Aber man kann ja nicht immer alles vergleichen. Jeder hat ein anderes Goodie, das er sich bezahlen lässt, ein anderes Standing oder eine andere Erfahrung. In jeder Branche gibt es ungeschriebene Gesetze, wie viel man bekommen kann. In der Event-/Moderatorenbranche gibt es eine bestimmte Range von…bis und man muss sich überlegen: Verkaufe ich mich günstiger und mache mehr auf Masse oder mache ich eher die größeren und hochwertigen Events und dafür weniger davon. Das ist ja auch wieder ein Vorteil davon, wenn man sein eigener Chef ist. Man kann es ja einfach bestimmen. Ich bin so ein Freund von unkompliziert und kurzen Wegen: Es gibt eine E-Mail, da steht mein Tagessatz drin, vielleicht noch ein Probetag, damit der Kunde relativ schnell weiß, woran er ist.
[40:50] Wie teilst du dein Geld für dich ein?
Ich habe noch meinen Vater im Ohr der immer gesagt hat: Leg die Hälfte zurück. Wenn es größere Jobs sind und für eine Roadshow eine größere Summe bekomme, dass ich sowas komplett weg lege. Ich bin da sehr sortiert unterwegs.
[47:02] Hast du auch ein Depot?
Ja, ich habe ein Depot. Ich habe auch ein paar Bitcoins gehabt. Dadurch, dass ich diese neuen Dinge ausprobieren möchte, habe ich das mit etwas Spielgeld gemacht, so dass man nicht zu frustriert ist, wenn da was passiert. Und dann ein Eigenheim bzw. Immobilien. Ich muss natürlich selbst für mein Alter vorsorgen, aber eben gestreut.
[50:02] Was ist für dich finanzielle Freiheit?

Du hattest ja auf dem Kongress eine unglaubliche Hommage an Geld gemacht. Geld hätte so einen negativen Touch, Geld verdirbt den Charakter…Und dann hast du am Ende gesagt: “Quatsch, das stimmt alles nicht! Geld ist Freiheit, Geld macht glücklich!” Du hast Recht, es hat viel mit Freiheit zu tun. Freiheit, seine Projekte vorwärts zu bringen, die Freiheit, schlafen zu können, ohne sich Sorgen zu machen. Das sind Dinge, die mit Sicherheit gute Gefühle auslösen und einen auch vorwärts bringen im Leben.

[51:16] Gibt es ein Buch oder Film, das dich inspiriert hat?
Ein Buch, das mich wirklich geflasht hat, ist „Hunger nach Freiheit“. Es geht um eine Frau, die zu Unrecht in einem schlimmen Gefängnis gelandet ist und es wird erzählt, was das mit einem macht, wenn einem die Freiheit genommen wird. Das ist jetzt etwas, was jetzt in der Corona-Zeit diskutiert wird. Was macht das mit den Leuten, wenn sie ihrer Freiheit beraubt werden? Mich hat das Buch sehr fasziniert und mir ist schon als junges Mädchen klar geworden, was Freiheit für ein hohes Gut ist.
[54:18] Gibt es etwas, das du immer bei dir trägst?
Kennst du diese Goldmünzen aus Schokolade, die ganz hart sind. Ich habe als Kind mal ein Döschen mit solchen Münzen bekommen und davon habe ich immer eine dabei. Das ist so ein Talisman und Glücksbringer, von dem ich nur ganz wenige habe. Also wenn jemand mein Portemonnaie findet und da ist eine Münze drin, dann bitte nicht essen – sie ist wahrscheinlich 40 Jahre alt.
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