Carlos Link-Arad

ETF-Sparplan: So startest du deine private Altersvorsorge

Carlos Link-Arad, einer der Gründer von Beyond Saving, verfolgt die gleiche Mission wie ich – finanzielle Bildung in die Welt zu tragen. Deshalb freut es mich sehr, dass wir uns gegenseitig unterstützen und dass er für dich einen Beitrag zum Thema ETF geschrieben hat. 

Warum die Altersvorsorge so wichtig ist

Die private Altersvorsorge ist heute wichtiger als je zuvor. Das Rentenniveau befindet sich seit Jahren im freien Fall und soll 2030 bei mickrigen 43 Prozent liegen. Für uns bedeutet diese Entwicklung, dass wir uns viel intensiver mit dem Thema „private Altersvorsorge“ beschäftigen müssen. Denn im Zweifel reichen unsere Rentenbezüge nicht aus, um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren. Dabei ist der Renteneintritt für die meisten Leute gleichzeitig der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, in dem es vielmehr darum geht, neue Dinge zu erleben und die langersehnte Südamerika-Reise zu machen – und nicht darum jeden Cent umzudrehen. Ich zeige dir jetzt, wie du dich mit ETFs optimal auf das Alter vorbereiten kannst – es ist alles andere als schwer.

ETFs werden bei Millennials immer beliebter

Bei jungen Leuten steigt das Bewusstsein für dieses Dilemma. Das zeigt sich insbesondere darin, dass Millennials verstärkt in ETFs investieren. Neo-Broker à la Trade Republic machen Geldanlage aufgrund der niedrigen Kosten besonders attraktiv. Ein Faktor, der oft unterschätzt wird, ist der Einfluss von Finanzbloggern auf die jungen Leute. Finanzfluss verzeichnet beispielsweise über 400.000 Abonnenten auf YouTube und zeigt damit, dass Finanzbildung alles andere als „uncool“ ist.

Dieser Mindset-Shift wird teilweise von der älteren, konservativen Generation gebremst. Auch ein Olaf Scholz (Finanzminister) sorgt mit seinen Pro-Sparbuch Aussagen nicht für das notwendige Umdenken in der Gesellschaft. Zu wissen, dass man etwas tun muss, ist gut, aber man muss auch einfach mal starten. Bei mittlerweile über 6.000 unterschiedlichen ETFs werden besonders Einsteiger immer mit der gleichen Frage konfrontiert: „Wie kann ich mir mein Portfolio zusammenstellen?“

Welcher ETF passt zu mir?

Das kommt darauf an, wo du stehst. Wir fokussieren uns in diesem Artikel auf absolute Einsteiger. Für sie lohnt sich zunächst einmal ein ETF-Sparplan auf den MSCI-World – den sogenannten Weltindex. Dieser bildet die Wertentwicklung von über 1.600 Aktien der größten Unternehmen von Industrieländern weltweit ab. Der Vorteil: du erhältst mit einem Kauf bereits einen sehr hohen Grad an Diversifikation in deinem Depot – das gelingt dir mit Aktien nur zu einem Vielfachen der Kosten. Du wirst immer wieder auf spezielle Themen ETFs treffen, die bestimmte Branchen, Technologien oder Trends tracken. Was auf den ersten Blick reizvoll aussieht, macht am Ende des Tages wenig Sinn. Die meisten Aktien sind sowieso im Weltindex vertreten. Spannend ist die Entwicklung von sogenannten ESG-ETFs. Diese sortieren Unternehmen aus, die den strengen Nachhaltigkeitskriterien (Environment, Social, Government) nicht genügen. Auch als Anleger tragen wir Verantwortung für unserer Umwelt, besonders bei der jüngeren Generation sind „grüne“ ETFs sehr beliebt.

Auf diese Kriterien solltest du achten

Kosten sind der wichtigste Einflussfaktor auf deine Geldanlage. Aus dem Grund spielt die Gesamtkostenquote (TER – „Total Expense Ratio“) eine wesentliche Rolle bei der Auswahl. Je höher, desto unattraktiver ist der ETF. Eine weitere Kennzahl, die im Zusammenhang mit der TER berücksichtigt werden sollte, ist die sogenannte Tracking Differenz (TD). Sie zeigt die „realen“ Kosten des ETFs.

ETFs bilden grundsätzlich einen Index (z.B. den DAX) nach. Im Normalfall liegt die Performance eines ETFs hinter der des Vergleichsindexes. Das liegt daran, dass eine Reihe an Faktoren den ETF davon abhalten den Index 1:1 nachzubilden. Je niedriger die TD, desto „günstiger“ ist der ETF. In Ausnahmefällen ist diese sogar negativ – das ist dann optimal für Anleger. Welchen der folgenden ETFs würdest du aussuchen?

1. ETF A: TER=0,15%; TD=0,4%
2. ETF B: TER=0,40%; TD=0,1%

Wer alleine nach der TER geht, entscheidet sich für den ersten ETF. Der zweite ETF hat zwar die größere TER, aber die niedrigere TD. Das bedeutet, dass es dem ETF-Anbieter gelingt, eine bessere Performance zu erzielen als beim Anbieter des ersten ETFs. Neben der TER solltest du in jedem Fall nur auf ETFs setzen, die ein hohes Fondsvolumen nachweisen können. Im Idealfall beträgt dieses mehr als 100 Millionen Euro. Damit minimierst du das Risiko, dass der ETF liquidiert wird. Zwar erhältst du auch dann dein komplettes Geld zurück, jedoch musst du dein Geld neu anlegen – und das kostet dich Transaktionsgebühren. Außerdem würde ich auf 1) physisch replizierende ETFs setzen, da ich einfach das Gefühl mag, dass der ETF Anbieter die ETFs auch wirklich hält. Zu guter Letzt solltest du gerade in der Vermögensaufbau-Phase thesaurierende ETFs wählen, um das Maximum aus dem Zinseszinseffekt zu holen.

Wie baue ich mein ETF-Portfolio auf?

Es gibt unendlich viele Arten, wie du dein ETF-Portfolio aufbauen kannst. Die häufigste Herangehensweise unter Einsteigern ist die folgende:

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Schritt 1

Du startest einen Sparplan auf den MSCI-World (ESG).

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Schritt 2

Ab 10.000 Euro erweiterst du diesen um den MSCI EM Index (Schwellenländer).

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Schritt 3

Ab 20.000 Euro fügst du deinem Portfolio noch ETFs auf Anleihen (15%) und Immobilien (10%) hinzu.

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Schritt 4

Ab 30.000 Euro fügst du deinem Portfolio jetzt noch einen Gold & Rohstoff Anteil hinzu (15%).

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Schritt 5

Einmal im Jahr prüfst du die aktuelle Gewichtung in deinem Portfolio und schichtest bei Bedarf um – das nennt sich Rebalancing.

Das ist nur ein Beispiel. Weitere Portfolio-Aufteilungen wären:

  • 60/40-Portfolio: 60% Aktien, 40% Anleihen
  • Weltportfolio nach Gerd Kommer: 30% Anleihen, 7% Rohstoffe, 7% Immobilien, 56% Aktien (Schwellenländer & Industrieländer)

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Es ist sehr wichtig, dass nur nicht blind den Empfehlungen andere Leute folgst, sondern darauf achtest, dass dein Portfolio zu deiner Risikotragfähigkeit passt. Je risikoscheuer du bist, desto niedriger sollte deine Aktienquote sein. Je breiter du streust, desto robuster bist du aufgestellt.

Sparplan: Ja, Nein?

Ein Sparplan wird dir rein mathematisch betrachtet keine besserer Rendite erbringen. Der sogenannte Cost-Average-Effekt (CAE), der von vielen Depot-Anbietern als Werbeinstrument genutzt wird, existiert nicht. Sparpläne haben jedoch einen Disziplinierungseffekt, den ich sehr spannend finde. Sie automatisieren die Geldanlage dadurch, dass du zum Anfang des Monats per Dauerauftrag einen Betrag X auf dein Verrechnungskonto überweist, von dem aus unmittelbar ETF-Anteile gekauft werden. Damit beugst du der Problematik vor, dass viele Anleger nur das Geld investieren, was am Ende des Monats übrigbleibt. Ich nutze auch sehr gerne Sparpläne, die ich regelmäßig bespare. Fang klein an, auch 25 Euro pro Monat können in 30 Jahren zu einem stattlichen Vermögen wachsen.

Fazit: Loslegen ist der wichtigste Schritt

Ob du direkt zum Start das perfekte Portfolio aufbaust ist egal. Wichtig ist, dass du erstmal mit dem Vermögensaufbau startest. Ein ETF auf den MSCI-World ist immer eine gute Wahl. In den vergangenen 30 Jahren hättest du damit im Durchschnitt 7% pro Jahr verdient. Öffne ein kostengünstiges Depot und wähle nur ETFs, die sparplanfähig sind. Richte danach deinen Sparplan auf ETF X ein und das war’s – jetzt kannst du dich entspannt zurücklehnen. Es ist gar nicht mal so schwer sich ein ETF-Portfolio aufzubauen. Man muss auf ein paar Kriterien Rücksicht nehmen und langfristig am Ball bleiben. Dann klappt das auch mit der privaten Altersvorsorge.

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