Bastienne Neumann

Ernährungspsychologie leicht gemacht

Bastienne Neumann, Autorin und Podcast-Host von “Ernährungspsychologie leicht gemacht”, habe ich auf Langkawi in Malaysia bei einer Konferenz kennengelernt. Jetzt, zwei Monate später, haben wir uns in Berlin getroffen und gleich die Gelegenheit genutzt einen gemeinsamen Podcast aufzunehmen.

Bastienne berichtet über ihre Gründung direkt nach dem Studium, darüber, wie sie zu ihrem Autorenvertrag kam und was sie beim Schritt in die Selbstständigkeit gelernt hat. Natürlich verrät sie auch, was eigentlich hinter dem Thema Ernährungspsychologie steckt und warum wir oftmals doch zu Pizza, Cola und Keksen greifen, obwohl wir wissen, dass es durchaus gesündere Alternativen gibt. Bastienne gibt spannende Einblicke in ihr Herzensthema und in ihre Arbeit als Unternehmerin. Viel Spaß beim Zuhören oder Anschauen bei YouTube, Links findest du wie immer weiter unten.

Podcast 

Den Podcast „Annie und die starken Frauen“ mit Bastienne kannst du überall hören, wo es Podcasts gibt oder direkt auch hier auf der Seite streamen. Damit du keine neuen Folgen verpasst, abonniere einfach den Kanal.

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Show Notes

Die Folge wird präsentiert von EstateGuru, der P2B Immobiliencrowdfunding-Plattform aus Estland. Hier geht es zum  dazugehörigen Beitrag und Gewinnspiel.

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Fragen & Antworten

Du möchtest die Kernaussagen noch einmal auf einen Blick? Du magst lieber Lesen als Zuhören? Kein Problem. Hier findest du das für dich aufbereitete Transkript der Podcast-Folge. Viel Spaß beim Nachlesen.

[04:24] Wer bist du und was machst du?
Ich bin Bastienne, studierte Ernährungswissenschaftlerin. Ich habe mich selbstständig gemacht mit dem Schwerpunkt Ernährungspsychologie. Ich gebe Coachings, habe einen Online-Kurs, war letztes Jahr auf Workshop-Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz, habe zwei Bücher geschrieben und laufe inzwischen mit meinem Thema durchs Fernsehen, Zeitungen und Radio. Ich helfe Menschen dabei, ihre eigenen Ernährungsweisen zu verstehen und eine gesunde Beziehung zum Essen aufzubauen.
[05:07] Wie bist du dazu gekommen?

Es handelt sich um ein Thema, zu dem ich selbst einen ziemlich persönlichen Bezug habe. Ich komme ursprünglich aus dem Leistungssport, aus dem Judo. Im Judo ist es so, dass man in Gewichtsklassen kämpft. Ich war in einem sehr leistungsorientierten Verein, das heißt von klein an wurde ich mehrmals die Woche gewogen und je nachdem, welches Turnier anstand, musste ich abnehmen, zunehmen oder das Gewicht halten. Ich habe schon früh angefangen, Essen als Mittel zum Zweck anzusehen.

Es ging solange gut, wie ich die äußere Kontrolle hatte. Als ich knapp 16 Jahre alt war, habe ich mir im Judo beim Training das Kreuzband gerissen. Kreuzbandriss heißt OP + ein Jahr Sportpause. Bis dahin war ich immer die Sportliche, aber als ich nicht mehr den Sport hatte und in ein Loch gefallen bin, habe ich zum Essen gegriffen. Ich habe in dem Jahr relativ schnell 10-15 kg zugenommen. Das hat ziemlich an mir genagt.

Nach einem Jahr wollte wieder auf die Matte. Ich dachte mir: Jetzt geht´s wieder los, jetzt geht’s bergauf. Leider hat mein Kreuzband beim ersten Training nicht gehalten, sodass ich direkt ins Krankenhaus musste – und alles ging noch mal von vorne los: + 10-15 Kilo. Und es ist dann noch ein drittes Mal passiert! Am Ende der Geschichte waren es so +25 kg mehr, worunter ich sehr gelitten habe. Ich habe dann entschieden: Ich mache mein Hauptproblem im Leben zum Mittelpunkt. Ich habe Ernährungswissenschaften studiert und bin davon ausgegangen, dass es hilft, sich täglich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ich musste dann aber feststellen, dass Wissen allein nicht alles ist. Auf biochemischer Ebene wusste ich, was passiert, aber meine Hand ging immer noch ferngesteuert zum Essen. Das war der Moment, in dem ich mich immer mehr mit der Psyche dahinter beschäftigt habe. Nach meinem Studium habe ich festgestellt, es gibt noch nicht viel zu diesem Thema – auch keine Stellen – und habe einfach ins Blaue hinein meinen Podcast gestartet.

[09:10] Du hast deine Marktlücke eher zufällig entdeckt. Wie ging es weiter mit dem Podcast?

Mein Mann ist länger schon selbstständig, deshalb war ich schon etwas affin dafür, dass man sein eigenes Ding machen kann. Der Podcast war nicht 100% als Hobby ausgelegt, sondern schon mit der Hoffnung, irgendwann etwas damit zu machen. Ich hatte vorher noch nie einen Podcast gemacht. Ich habe das Mikro bestellt und mir gesagt: An dem Tag, an dem das Mikro ankommt, nehme ich die erste Folge auf. Gesagt getan. Ich habe in der Nacht die ersten zwei Folgen aufgenommen und dann im Wochentakt weiter produziert.

Irgendwann nach 4 Wochen habe ich iTunes geöffnet und sehe plötzlich mein Coverbild auf der Titelseite. Dem Algorithmus sei dank war ich dann auf der Vorderseite. Das hat mir einen ordentlichen Schub gegeben und ich habe es tatsächlich geschafft auf Platz 1 der gesamten deutschen iTunes-Charts zu sein. Dann hatte plötzlich nicht mehr 200 Downloads am Tag, sondern 10000. Ich habe plötzlich unfassbar viele Mails bekommen, die ersten Coaching-Anfragen kamen rein. Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet. Es war alles selfmade. Das hat gereicht, um daraus ein Unternehmen zu bauen.

[15:12] Du hast nach so einer kurzen Zeit, auf einmal so viele Anfragen bekommen. Warst du schon soweit?
Es war noch nichts da. Eine Webseite gab es schon, aber Produkte…um Himmels Willen. Ich selbst von meiner Persönlichkeit her, war auch leicht überfordert. Es war ein ganz schöner Überfall, aber ich hatte die Unterstützung von meinem Mann.
[16:40] Jetzt kamen die ersten Anfragen. Wie kam es denn zum Buch?
Das Buch war auch bei den ersten Anfragen dabei. Ich hatte meinen Podcast im Juni gestartet und die Anfrage vom Verlag kam im August! Ich dachte erst, dass muss etwas Dubioses sein…aber dann hat sich herausgestellt, dass es seriös ist. Ich habe mich noch überhaupt nicht bereit gefühlt. Ich habe dann aber ja gesagt und dann ging es mit der Schreiberei los.
[17:42] Wie lief die Bucherstellung mit dem Verlag ab?
Das Autorenhonorar hängt von deiner Bekanntheit ab. Das Autorenhonorar ist für die Zeit, in der du das Buch schreibst. Allerdings ist es ein Honorar, das wieder verrechnet wird. Meistens bekommt man so 7-10% pro verkauftes Buch. Das Autorenhonorar – sagen wir mal 7000 Euro – werden jetzt verrechnet mit den Umsätzen. Das heißt du müsstest erst einmal ein paar Tausend Bücher verkaufen, bis du überhaupt Prozente bekommst. Das kann länger dauern.

Ich bin jetzt mittlerweile da angekommen, dass ich an meinem Buch mitverdiene. Ein Buch über einen Verlag zu schreiben, bringt mehr Prestige und vielleicht die Möglichkeit ins Fernsehen zu kommen, aber richtig Geld verdienen kann man nicht unbedingt. Wenn man mit einem Buch Geld verdienen will und schon Reichweite und Ahnung von Marketing hat, ist Self-Publishing die bessere Wahl würde ich sagen.

[21:21] Wie heißen deine Bücher? Was erwartet den Leser?
Mein erstes Buch heißt „Erst denken, dann essen“ und mein zweites Buch „Essen mit Bauchgefühl“. Das erste Buch ist ein autobiographischer Ratgeber. Ich erzähle viel von meiner Geschichte gemischt mit den Inhalten. Ich erzähle zum Beispiel über meine Erfahrung mit Belohnungsessen und dann kommt ein Sachbuchteil, in dem ich die Hintergründe erkläre. Das zweite Buch ist ein Kochbuch, aber versetzt mit Inhalten. Zwischen den Rezepten gibt es Wissenshäppchen.
[22:39] Jetzt bist du schon seit ein paar Jahren mit dem Studium fertig und machst deinen Podcast. Verdienst du damit von Anfang an deinen Lebensunterhalt?
Das eben erwähnte Autorenhonorar war mein erstes Gehalt. Im Juni habe ich den Podcast gestartet, im November war das erste Geld da. Es war eine perfekte Ablösung, denn bis ich 25 war – so war es vereinbart – haben mich meinen Eltern unterstützt. Danach kamen schon die ersten Coaching-Anfragen rein und dadurch ging das relativ flüssig. Es war auch ganz gut, dass ich direkt aus dem Studium kam, weil mein Leben relativ günstig war. So konnte ich dann auch direkt von meiner Arbeit leben.
[24:19] Gibst du immer noch Eins-zu-eins-Coaching?
Aktuell mache ich das nicht mehr. Ich habe aufgehört, als ich 3 Monate auf Workshop-Tour war und habe es danach tatsächlich nicht wieder aufgenommen. Ich habe jetzt den Online-Kurs, und vielleicht bringe ich es wieder rein in Form von Gruppencoachings. Bei der Tour habe ich gemerkt, dass der Austausch mit Gleichgesinnten enorm hilfreich und wichtig ist.
[25:06] Wie lief deine Workshop-Tour ab? Wie hast du alles organisiert?
Es war alles komplett in Eigenregie. Ich hatte Lust, meine Zielgruppe mehr kennenzulernen. Ich wusste, inzwischen sind es über 2,5 Mio Downloads auf meinen Podcast. Man sieht die Zahlen, aber das ist nicht so greifbar. Ich wollte die Menschen dahinter kennenlernen. Welche Herausforderungen haben sie wirklich? Ich habe eine Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz organisiert und habe jedes Wochenende einen Workshop durchgeführt. Ich habe sie organisch über die Community verkauft, also keine Ads geschaltet. Ich hatte das Glück mit der Reichweite.
[27:08] Wie war das Feedback?
Es war eine tolle Zeit! Was man nicht so checkt: Man ist einfach man selbst, aber für die Leute ist man etwas ganz Besonderes. Wenn dir eine Frau um den Hals fällt, in Tränen ausbricht und dir ins Ohr flüstert: „Du hast keine Ahnung, wie sehr du mein Leben verändert hast…“ Ich sitze in der Küche, nehme Inhalte auf, stell die ins Internet. Klar es hören Leute, aber dann diese Menschen zu erleben und zu sehen, wie relevant das ist, was man macht. Das war eine sehr sehr schöne Erfahrung!
[28:50] Stichwort Online-Kurs. Wie funktioniert das?
Es ist ein Geschäftsmodell, dass sehr gehypt ist und das sehr viel Anklang findet. Was meiner Meinung nach schwierig dabei ist, dass man so viel Inhalt produziert, ohne direkt mit der Zielgruppe zu interagieren. Nach der Workshop-Tour habe ich viele Mails von Leuten erhalten, die gerne dabei gewesen wären. Ich habe dann quasi aus der Workshop-Tour den Online-Kurs gebaut. Dadurch hatte ich schon eine gute Gliederung und es ging relativ fix.
[32:13] Wie produziert man denn einen Online-Kurs?
Ich habe mir Equipment, das im Büro rumstand, von meinem Mann geklaut – sprich Kamera und Softboxen – und habe dann drei Wochen produziert.
[36:28] Wir haben noch gar nicht über die Inhalte gesprochen. Kannst du etwas über Ernährungspsychologie erzählen?
Ich spreche Menschen an, die das Thema Ernährung im Schlaf runterrattern können, die schon sämtliche Diäten gemacht haben, aber es nicht schaffen oder Leute, die eine ungesunde Beziehung zum Essen haben. Es geht erst einmal darum, die eigenen Verhaltensweisen zu verstehen. Warum greift man zum Essen? Kompensiert man möglicherweise etwas mit dem Essen? Es geht darum, sich selbst zu verstehen und ein gesundes Verhältnis mit Essen aufzubauen.
[37:30] Warum greifen denn die meisten Leute zum Essen?
Es ist super individuell, aber es greifen natürlich ähnliche Muster. Bei mir war das Belohnungsessen sehr stark ausgeprägt. Ich musste ja immer gewogen werden für die Turniere, und wenn ich dann eingewogen war, dann gab´s bei mir immer Essen. Dadurch war bei mir das Muster drin: Du musst Leistung bringen, dann gibt es Essen. Das habe ich mitgenommen in mein Leben. Wenn ich eine harte Klausur an der Uni hatte, gab´s danach erst einmal Essen. Das hatte nichts mit Hunger oder Sättigung zu tun, sondern das war kopfgesteuert.

Oder man ist ein Stressesser. Stresshormone machen etwas mit unserem Gehirn und blockieren bestimmte Areale, wo das bewusste Handeln stattfindet. Stattdessen wird das sogenannte Reptiliengehirn aktiviert. Das bewusste Denken wird ausgeschaltet. Essen ist mit dem Überleben verknüpft. Essen hat oft nichts mit Hunger oder Sättigung zu tun, sondern mit tiefer liegenden Mechanismen.

[46:44] Was ist dein größtes Learning bei der Selbstständigkeit?
Mein Mann hat immer gesagt: Einfach machen! Und so war es tatsächlich immer, auch wenn es am Anfang nicht perfekt ist. Es ist viel besser, als alles perfekt im Kopf zu kreieren.
[47:57] Und was war der größte Fail? Was würdest du als Tipp mitgeben?
Meine größten Fails waren immer da, wo ich mir selbst im Weg gestanden habe. Wo ich mir gesagt habe: Das muss noch perfekter sein. Ich habe einige Dinge lange in meiner Schublade liegen lassen. Vieles ergibt sich beim Machen, daher: Haltet euch nicht zurück!
[49:54] Was ist für dich finanzielle Freiheit?
Finanzielle Freiheit ist für mich frei sein in dem, was man möchte.
[50:36] Gibt es ein Buch, das dich inspiriert hat?
Businessmäßig: „Start with Why“ von Simon Sinek. Ich bin ja stark davon getrieben, dass mein Business meinem Warum entsprungen ist. Und privat: „Du musst nicht von allen gemocht werden“. Ein gutes Buch!
[52:18] Gibt es etwas, das du immer bei dir hast?
Ich verlasse selten mein Haus ohne meinen Laptop, vielleicht auch, weil ich immer erreichbar sein möchte. Eine andere Sache: mein Ohrring. Davon gibt es nur noch einen und den trage ich immer.
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