Interview mit Bastian Kunkel

Erst verstehen, dann versichern! 

Versicherungsmakler in kurzer Hose? Beratungen im Online-Chat und ohne Finanzgeschwafel, das niemand versteht? Gibt’s nicht? Doch! Bastian Kunkel macht es mit Versicherungen mit Kopf vor. 

Sein Motto: “Erst verstehen, dann versichern!” Das gilt auch für dich als Unternehmerin. Versicherungen sind oft ein ungeliebtes Thema. Im Podcast mit Bastian räumen wir mit den Klischees und Vorurteilen auf und sprechen über das, was für dich als Geschäftsfrau wichtig ist! Es muss nicht kompliziert sein und die beste Versicherung ist immer noch die, die du nie brauchst. Und wenn doch, bist du froh, dass du sie hast. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Zuhören und Lernen!

Podcast – Annie und die starken Frauen

Den Podcast kannst du überall hören, wo es Podcasts gibt oder direkt auch hier auf der Seite streamen. Ich freue mich über neue Abonnenten und deine Bewertung bei iTunes. Es ist nie etwas perfekt, doch mit deinem Feedback kann ich es besser machen.

Was interessiert dich beim nächsten Interview? Welche Fragen soll ich stellen? Wo möchtest du mehr erfahren? Schreib mir oder kommentiere den Beitrag. Ich setze es gern direkt in einer der nächsten Folgen um.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von podcastee4ed7.podigee.io zu laden.

Inhalt laden

Show Notes

Alles auf einen Blick: Hier sind die Links zu den Themen, über die im Podcast gesprochen wurde. Viel Spaß beim Nachlesen und selbst ausprobieren. 

Bastians Website
Mehr über Bastian und Versicherungen findest du hier.

Hast du an alles gedacht?

Gerade wenn du ein Unternehmen gründest, solltest du nicht nur an den Redaktionsplan für deinen Social Media Account denken, sondern dich auch mit deinen Finanzen beschäftigen und da gehören Versicherungen nun mal dazu. Die schützen dich davor, dass du das Geld, was du hart verdient hast, auch behältst, auch wenn mal was passiert, mit dem du nicht gerechnet hast. Geld ist nicht alles – klar! Doch Geld ist das, was deinen Traum von der Selbstständigkeit platzen lassen kann, wenn du es nicht hast oder nicht verdienst. Mit Geld kannst du so viel Gutes tun – vor allem auch deinen Traum vom eigenen Business leben und mit deinen Produkten und Dienstleistungen anderen Menschen helfen.

Damit deine Kunden auch lange etwas von dir und deinen Business haben, solltest du von Anfang an an deine Finanzen und deine Absicherung denken. Du bist ja auch schließlich das Wichtigste in deinen Unternehmen! Eine kostenfreie Beratung mit Bastian kann da helfen. Wichtig: Nicht einfach irgendwas unterschreiben, das eigene Gewissen damit beruhigen und darauf vertrauen, dass das schon das Richtige gewesen ist. Erst verstehen, dann versichern.

 

Verstehst du nur Bahnhof?

Du hast mit Versicherungen und Finanzen mal so gar nichts am Hut? Dein Versicherungsvertreter oder Bankberater spricht eine Sprache, die du nicht verstehst? Du hast keine Lust dich durch zig Seiten Vertragsbedingungen zu kämpfen? Dann kann dir Bastian helfen. Mit seinem YouTube-Kanal hat er mittlerweile 18.000 Abonnenten und bereits über 300 einfach verständliche Erklär-Videos zu bieten. Auch auf Instagram hat er täglich praktische Tipps für seine über 7.500 Follower parat. Wem das nicht reicht, der kann mit Bastian auch direkt sprechen. Aber nicht nur in Sachen Versicherungen kannst du von Bastian viel lernen.

Er ist auch ein cleverer Geschäftsmann. Bastian arbeitet gerade an einer eigenen App und baut seine Angebote kontinuierlich aus. Das funktioniert so gut, dass er durch die Ortsunabhängigkeit, die er sich geschaffen hat, mittlerweile auf Mallorca lebt. Welche Ziele hast du für dein Business? 

Video – Annies YouTube-Kanal

Hier geht’s zum Video mit Bastian auf meinem Frau Schnabelkraut YouTube-Kanal. Viel Spaß beim Anschauen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Fragen & Antworten

Du möchtest die Kernaussagen noch einmal auf einen Blick? Du magst lieber Lesen als Zuhören? Kein Problem. Hier findest du das für dich aufbereitete Transkript der Podcast-Folge. Viel Spaß beim Nachlesen.

[01:00] Wer bist du und was machst du?

Danke, dass ich dabei sein darf. Zunächst einmal die Hard Facts zu mir. Ich werde bald 33 Jahre alt, bin verheiratet mit einer Amerikanerin und wohne seit fast 2 Jahren auf Mallorca mit meiner Frau. Ich arbeite ortsunabhängig als Versicherungsmakler. Das ist genau mein Ding: Die Versicherungswelt, nicht nur digital an Mann und Frau zu bringen, sondern auch so einfach wie möglich. Und das mache ich hauptsächlich über meinen YouTube-Kanal „Versicherungen mit Kopf“.

Noch etwas zu meinem Background: Ich habe damals nach dem Abi Kaufmann für Versicherungen und Finanzen gelernt, bin dann 2007 in die Versicherungsbranche reingekommen. Dann habe ich noch Betriebswirtschaft und Recht studiert. Nachdem ich das Studium beendet hatte, war für mich klar, dass ich etwa Selbstständiges machen möchte und ich habe das praktisch nebenher aufgebaut. Heute bin ich mit „Versicherungen mit Kopf“ am Start und versuche es, den Versicherungsnehmern ein bisschen einfacher zu machen und den Leuten die Angst vor dem Thema zu nehmen.

[03:46] Was sind denn die größten Lügen über Versicherungsmakler aus deiner Sicht oder die Sachen, die du anders machen willst?

Es sind eher Lügen im Sinne von Glaubenssätzen, die vielleicht gar nicht mal so der Realität entsprechen. Ich nenne das gerne vererbte Glaubenssätze. Die Generationen vor uns, z.B. unsere Eltern, haben genau dieses Bild von einem Versicherungsvermittler und das wird weitergegeben an die Kinder. Das Image der Versicherungsbranche ist einfach wahnsinnig schlecht. Die Frage war für mich war: Wie kann ich innerhalb dieser Branche mit diesem schlechten Image trotzdem erfolgreich sein und das Ganze vielleicht ein bisschen anders machen?

Ich habe mir angeschaut, was die anderen in der Branche machen und einfach 100% das Gegenteil davon gemacht. Ich habe Informationen zur Verfügung gestellt ohne Hintergedanken. Also einfach Content und Mehrwert. Ich stelle mich nicht mit Anzug und Krawatte hin. Das kommt tatsächlich sehr gut an. Ich muss mich nicht verstellen. Ich bin einfach so, wie ich bin. Die Leute, die das cool finden, kommen zu mir.
Ich versuche auch immer, neue Möglichkeiten anzubieten. Ob das jetzt eine Online-Beratung ist oder eine App, wo die Leute komplett kostenlos ihre Versicherungen digital an einem Ort haben und diese managen können.

[08:34] Wie muss mir eine Beratung bei dir vorstellen?

Das sind mehrere Schritte. Der erste Schritt ist, dass du dir zum Thema XY Informationen besorgst, damit du erst einmal die Basics verstehst. Eine erste Anlaufstelle wäre zum Beispiel Youtube. Wenn du keine Videos schauen willst, gibt es auch gute Blogartikel im Netz. Dann gibt es natürlich den Schritt, den viele nicht hören wollen: Es funktioniert halt nur, wenn man sich selbst mal hinsetzt und sich mit dem Thema (Versicherungen) befasst. Darüber haben wir in der Schule und im Studium nichts beigebracht bekommen, genauso wenig wie über finanzielle Bildung, Aktienmärkte etc.

Es hilft alles nichts. Du musst eigenverantwortlich an die Sache rangehen und dir Zeit dafür nehmen. Denn wenn du das nicht tust, läufst du Gefahr, in all diese Klischees auf einmal reinzustolpern. Ich möchte nicht sagen, dass da draußen nur schlechte Kollegen rumlaufen – die meisten machen einen richtig guten Job – aber es gibt ein paar schwarze Schafe, wie in jeder anderen Branche auch.

Wenn du selbst dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass dich irgendjemand über den Tisch zieht und dir eine Versicherung verkauft, die du niemals wirklich brauchst.
Die beste Versicherung ist natürlich immer die, die man nie braucht. Aber man sollte schon jetzt mal nachschlagen und gucken: Wie funktioniert das im Fall des Falles überhaupt?

[14:42] Wie ist denn das Verhältnis zu deinen Kunden? Erzähl mal ein bisschen aus deinem Makleralltag neben deinem YouTube-Kanal.

Zunächst zur Definition Versicherungsmakler, das wird nämlich gerne alles in einen Korb geschmissen.
Es gibt einen Oberbegriff, Versicherungsvermittler, das sind alle. Und dann gibt es den Versicherungsvertreter. Der vertritt, wie der Name schon sagt, eine Versicherung. Der klassische Allianz-Vertreter arbeitet nur für eine Versicherung. Dann gibt es den Mehrfachagenten. Der hat vielleicht 3 – 5 Versicherungen im Portfolio. Und dann gibt es den Versicherungsmakler, so wie ich zum Beispiel. Der hat Zugriff auf fast alle Versicherungen am Markt. Und dann gibt es noch Honorarberater oder Versicherungsberater, die auf Honorarbasis bezahlt werden.

Bei mir können Kunden Online-Beratungen buchen in den Bereichen Berufsunfähigkeitsversicherung, private Krankenversicherung und Altersvorsorge. Das heißt ich konzentriere mich auf die komplexen Bereiche, wo man nicht allein heran sollte. Meine Philosophie ist, dass die Kunden sagen: Okay, ich möchte das schon eigenverantwortlichen in die Hand nehmen und können dann ihren Bedarf in der App checken.
Instagram ist tatsächlich einer meiner Kanäle, worüber ich sehr stark eine Kundenbindung aufbaue. Viele meiner Kunden sind Follower auf Instagram.

[20:06] Meine Zuhörer sind ja Unternehmer*innen. Was sind denn die Versicherungen, die man braucht, wenn man gründet?

Sehr gute Frage. Ich würde erst einmal einen Schritt zurück gehen und nicht unbedingt an das Unternehmen denken, sondern erst einmal ist die Privatperson wichtig. Das heißt, wenn dir irgendetwas passiert, das du abgesichert bist: Krankenversicherung und eine private Haftpflichtversicherung. Auch die Arbeitskraft sollte man abgesichert haben, vor allem als Unternehmer.

Du musst dir überlegen: Was passiert, wenn ich mal nicht arbeiten kann. Wenn ich krank bin, weil ich einen Unfall habe. Wo kommt dann Kohle her? Das sind die drei wichtigsten Versicherungen.

[22:18] Wie sieht es mit gewerblichen Versicherungen aus?

Annie: Ich bin ja bei Local Girl Boss Verein aus Regensburg. Das sind fast alles ansässige Unternehmerinnen in und um Regensburg. Eine Töpferei, eine Goldschmiede, ein Yoga Studio, eine Patisserie – also, wörtlich handwerkliche Berufe, auch zum Teil Fotografen, Webdesigner, Beratungen oder Kosmetikerinnen.

Bastian: Gewerbliche Versicherungen sind tatsächlich nicht mein Hauptgebiet, aber natürlich kann ich da ein bisschen zu erzählen und habe auch Partner mit dabei, die sich genau auf diese Fälle fokussieren: den Einzelunternehmer, den Freelancer, den Kosmetikstudiobesitzer etc. Da macht es grundsätzlich Sinn, sich beraten zu lassen und zu schauen: Was brauche ich wirklich? Und was brauche ich aber auch nicht? Brauche ich wirklich eine Geschäftsinhaltsversicherung? Wenn eingebrochen wird, ist das ein Drama oder vielleicht doch nicht? Habe ich Mitarbeiter, die ich versichern muss?

Diese Versicherungen sind meist sehr spezifisch und abhängig von der Branche und vom Umsatz.
Als Blogger muss man sich z.B. mit dem Thema Urheberrechtsverletzungen auseinandersetzen und schauen, dass man da irgendwie eine Absicherung hat. Damit sollte man sich definitiv auseinandersetzen und auch nicht zu lange warten. Eine Rechtsschutzversicherung kann in vielen Fällen sehr sinnvoll sein, wenn man in einem Gebiet arbeitet, wo oft geklagt wird.

[32:40] Versicherungen die niemand braucht…?

Die meisten Deutschen haben tatsächlich zu wenig versichert oder zu viel. Und diejenigen, die zu viel versichert haben, haben oft nicht die Versicherung, die sie wirklich brauchen. Reisegepäckversicherung ist so ein Klassiker. Wenn du mit Gold und Diamanten rumreist oder mit teurem Equipment, weil du Fotograf bist, dann macht das vielleicht Sinn. Aber der normale Urlaubsreisende, der nur seine Klamotten drin hat… Ganz ehrlich: Das braucht man nicht.

Vor allem wenn man dann in die Klauseln der AGB reinschaut, dann müssen oft viele Bedingungen erfüllt sein, dass überhaupt etwas geleistet wird. Das macht wenig Sinn. Dann gibt es Reiserücktrittsversicherungen. Wenn es eine super teure Reise war, auf die man zwei Jahre hin gespart hat und die 10 000 Euro gekostet hat, dann kann man das schon mal machen, aber nicht für den Mallorca-Urlaub – das haut einen finanziell nicht um und diesen Beitrag kann man dann sparen. 

Oder eine Handyversicherung. Wenn du drei Jahre drauf gespart hast, dann versuche es vielleicht, aber schaue dir die Klauseln sehr genau an. Stell dir die Frage: Was ist der Worst Case? Was sichert die Versicherung ab? Fühle ich mich wohler, wenn ich die Versicherung habe? Und nicht vergessen: Eltern und Freunde sind oft die schlechtesten Ratgeber, außer es sind ausgebildete Finanzprofis oder Versicherungsfachwirte etc.

[35:14] Brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit haben sich geändert. Früher waren es vor allem Skelettkrankheiten, heute sind es oft Burnout, Depression, Nervenkrankheiten oder Zivilisationskrankheiten wie Krebs. Und die können jeden treffen! Viele sagen ja: Ich sitze den ganzen Tag im Büro. Was soll mir schon passieren? Die Leute denken dann immer nur an Unfälle, aber nicht an den ganzen Stress, den Druck der Leistungsgesellschaft, vor dem niemand geschützt ist – und leider auch Zivilisationskrankheiten wie Krebs.

[36:26] Du bist nicht nur Versicherungsmakler, sondern auch Unternehmer. Was ist dein Learning, um nicht „selbst und ständig“ zu arbeiten?

Ja, ich bin ganz ehrlich, ich habe es noch nicht 100 Prozent für mich gelöst, nicht selbst und ständig zu arbeiten. Ich arbeite schon sehr viel mit Prozessen und Automatisierungen, wo auch die App mit reingehört. Das ist ein ständiger Optimierungsprozess. Aber ich habe jetzt schon die Freiheit, dass ich von überall arbeiten kann. Das kann nicht jeder Versicherungsmakler von sich behaupten. Und das ermöglicht das Leben auf Mallorca, was ich sehr zu wertschätzen weiß. Als Unternehmer ist es wichtig, ein Unternehmer-Mindset zu haben.

Der Unternehmer muss immer oben drüber stehen, damit man den breiten Blick hat und nicht nur in dem kleinen, eingeschränkten Denken eines Versicherungsmaklers unterwegs ist. Es ist wichtig, dass man nicht in eingefahrenen Strukturen denkt, sondern Dinge hinterfragt. Man muss sich als Unternehmer auch Dinge trauen. Wenn man diesen Schritt wagt, braucht man aber auch die richtigen Menschen um sich. Du musst den richtigen Menschen die richtigen Fragen stellen. Freunde meinen es vielleicht gut, aber sind nicht immer die besten Ratgeber.

Mein Tipp: Setze dir selbst ein Limit, ein halbes Jahr bis Jahr, und überlege dir, was du bis dahin erreichen willst. Überlege dir auch: Was ist der Worst Case – finanziell und emotional? In Deutschland haben wir ja ein Riesenproblem damit, dass wir Dinge nicht tun, die wir gerne tun würden, weil wir zu viel Wert auf die Meinung anderer legen. Ich kann einfach nur jeden ermutigen, darüber zu stehen und zu sagen: Nee, ich mache das jetzt einfach! Ich bin überzeugt von der Idee, das ist meine Leidenschaft!

2 Kommentare
  1. Liebe Annie, wie immer ein toller Blogbeitrag von dir! Ich bin auf weitere gespannt.

    Antworten
    • Das freut mich, liebe Jessi. 🙂

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Jetzt Newsletter abonnieren!

Noch mehr Einblicke in meine persönlichen Finanzen und exklusive Infos für Unternehmerinnen.


Community

Exklusiv für Frauen: Tausch dich aus zu Business und Finanzen. Die Facebook-Gruppe zum Podcast.

 Facebook


Jetzt Podcast abonnieren

Lerne von starken Frauen, erfolgreichen Gründerinnen und großartigen Unternehmern. Lass dich inspirieren.

  Spotify
   iTunes
  YouTube


Blog-Kategorien

Netzwerk ist alles

Lass uns verbinden, voneinander lernen, miteinander austauschen, füreinander dasein.


Über Annie Facebook
Über Annie

Freiberuflerin, digitale Nomadin, Investorin, Local Girlboss & noch Vieles mehr.

Über Annie Über Annie

Newsletter: Bleib auf dem Laufenden

Vielen Dank für deine Anmeldung