Interview mit Dani Parthum – Die Geldfrau

Frauen können Finanzen

Dani ist freiberufliche Wirtschaftsjournalistin und Geld-Coach. Einige von euch kennen sie vielleicht als die Finanz-Bloggerin Geldfrau. Ihr Motto: Frauen können Finanzen. 

Was sie da genau macht, wie sie anderen Frauen damit hilft und welche Finanz-Tipps sie speziell für Gründerinnen hat, erfährst du im Interview. Ich spreche mit Dani über ihre Erfahrung als Freiberuflerin und wichtige finanzielle Glaubenssätze. (Beitragsfoto oben / Blogübersicht: Tom Salt)

An der Tonqualität muss ich definitiv noch arbeiten. Der Inhalt der Folge ist es aber wert. Danke liebe Dani für deine tollen Finanztipps. Da können wir uns alle noch eine Scheibe abschneiden.
Foto: Antje Merkel

Podcast – Annie und die starken Frauen

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Show Notes

Alles auf einen Blick: Hier sind die Links zu den Themen, über die im Podcast gesprochen wurde. Viel Spaß beim Nachlesen und selbst ausprobieren. 

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Fragen & Antworten

Du möchtest die Kernaussagen noch einmal auf einen Blick? Du magst lieber Lesen als Zuhören? Kein Problem. Hier findest du das für dich aufbereitete Transkript der Podcast-Folge. Viel Spaß beim Nachlesen.

[01:17] Ich habe gesehen, dass du Wirtschaftsjournalistin, Geldcoach und Finanzbloggerin bist. Was machst du genau?

Als Wirtschaftsjournalisten habe ich viel für die großen Sender wie ARD, NDR und ZDF gearbeitet. Das fahre ich aber immer mehr runter, um mich auf meinen eigenen Finanzjournalismus für meinen Blog Geldfrau.de zu konzentrieren.

Als Geldcoach ermuntere ich Frauen, die Scheu vor Geld zu verlieren. Damit Frau die Tools in der Hand hat und die Regeln kennt, die einen guten Geldumgang ausmachen. Wie und in welcher Größenordnung man sein Geld anlegen sollte, eine Altersvorsorge aufbaut für später oder auch gutes Geld mit dem Partner verhandelt und so weiter. Das sind alles meine Themen und über allem steht: Ja Frauen, ihr könnt Finanzen! Und ich zeige euch, wie’s geht. Es ist nicht kompliziert, Frau muss sich aber dransetzen!

[03:18] Eigenverantwortung ist ein großes Thema, also sich nicht zurücklehnen und sagen: Okay, mein Mann macht schon.
Ja genau. Selbst wenn ich keinen Mann habe – es gibt ja auch viele Singles oder Alleinstehende – ist es wichtig, sich bewusst zu machen: Wir gehen jeden Tag mit Geld um, aber wir kümmern uns nicht wirklich darum. Um was wir uns nicht kümmern, das wächst auch nicht. Wenn wir eine Pflanze nicht hegen und pflegen, dann geht sie ein. Im Grunde ist das mit dem Geld ganz genauso.
[04:07] Geldcoaching wie muss ich mir das genau vorstellen?

Frauen, die in mein Einzelcoaching kommen, kommen mit ganz speziellen Themen zu mir. Sie haben z.B. eine schwierige Beziehung zum Geld. Viele haben auch Schulden. Ich helfe ihnen, Blockaden zu lösen, die Dinge aus einer anderen Sicht zu sehen, um dann zu verstehen, woher der schwierige Umgang mit Geld herkommt.

 Frauen kommen auch zu mir, weil sie gerne wissen wollen: Ist es sinnvoll, in diese Immobilie zu investieren, ist überhaupt sinnvoll für mich, in meiner Situation in eine Immobilie zu investieren? Manche kommen auch zu mir, während sie eine Scheidung vorbereiten, um ihre Finanzen zu ordnen und zu gucken: Was haben sie, was müssen sie noch aufbauen? Welche Versicherungen brauchen sie?

[05:45] Du arbeitest nicht mit einer Bank zusammen. Bei der Beratung geht es vor darum, dass die Frau lernt, was sie braucht und es sich dann selbstständig holt, richtig?
Ich arbeite tatsächlich komplett unabhängig. Ich kooperiere mit keinen Banken oder anderen Beratern. Ich bin zwar ausgebildete Finanzanlagenfachfrau, aber ich bin keine Beraterin, weil Berater tatsächlich Produkte verkaufen. Also Versicherungen, Riester, Rürup, Lebensversicherungen, Rentenversicherung – das mache ich alles nicht. Ich verkaufe nichts. Ich bin tatsächlich eine Begleiterin, eine Unterstützerin und Trainerin.
[07:12] Ich habe gesehen, dass du auch Seminare online und offline gibst. Erzähl doch mal ein bisschen darüber.

Ja, es gibt tatsächlich Onlinekurse. Ich habe ein Seminar am Start „Frauen können Finanzen“. Da lernst du, wie du dein Geld strukturierst, eine neue Geldhaltung entwickelst und deine Finanzen auf gesunde Füße stellst. Den Kurs kann jede Frau in Eigenregie machen, hat aber auch Zugriff auf mich. Der Kurs ist zweigeteilt: Man kann ihn allein machen als „Durchboxerin“ oder als „Durchstarterin“, da hat man Zugriff auf mich. Alle 14 Tage machen wir dann vier Monate lang immer Eins-zu-Eins-Webinare, wo die Frauen und Männer mir Fragen stellen können. Ich gebe aber auch Workshops. Fünf Frauen kommen zu mir und wir reden an vier Terminen über Geld.

[07:12] Gibt es ein besonders schönes Erlebnis mit Kundinnen?
Ein sehr schönes Erlebnis hatte ich letztens mit einer Frau in meinem Online-Tutorial „Frauen können Finanzen“. Nachdem sie die Lektion durchgearbeitet hatte, ist ihr zum ersten Mal aufgefallen, dass ihr schlechtes Verhältnis zum Geld in ihrer Biografie begründet ist. Sie hatte immer gedacht, dass liegt daran, dass sie nicht gut in Mathe ist. Sie hat mir geschrieben, dass sie jetzt daran arbeitet, sich einen neuen Geld-Glaubenssatz zuzulegen. Und ich glaube, der war dann auch: „Geld tut mir richtig gut“. Sie hat sich diesen Glaubenssatz jetzt neu zugelegt und er hängt jetzt an ihrem Spiegel.
[12:21] Was sind deine Tipps für Gründerinnen, insbesondere im Umgang mit Finanzen?

Es ist wichtig, eine positive Haltung zu haben und sich selbst zu sagen: Geld tut mir richtig gut. Geld steht mir gut. Ich verdiene das Geld, was ich an Honoraren fordere. Ich bin es wert, dieses Geld zu verdienen. Geld macht einfach gute Laune, ist eine tolle Sache. Ich kann mit Geld das machen, was ich für wichtig halte! Als Gründerinnen braucht Ihr Geld, ganz klar! Zu sagen, ich gründe mit kleiner Basis und mit ganz wenig Geld, das wird nicht funktionieren. Ihr braucht einige tausend Euro. Es kommt immer etwas aufs Business an, aber 5000 bis 10 000 Euro braucht man meiner Meinung nach mindestens, um korrekt zu gründen.

Wichtig ist auch, zwar mit großen Plänen zu starten, aber nicht gleich das große Rad drehen zu wollen, sondern erst klein anzufangen und sich langsam hochzuarbeiten, das große Ziel immer im Blick. Und was ich auch ganz wichtig finde, ist Rücklagen zu haben. Am Anfang, wenn die Umsätze noch nicht so reinkommen, braucht ihr Rücklagen, um euer privates Leben weiter finanzieren zu können. Natürlich braucht ihr auch ein Geschäftskonto. Private und geschäftliche Geldströme sollten also getrennt werden. Was ich auch noch wichtig finde, ist eine positive Einstellung zum Finanzamt und Steuern, weil ihr dann einfach mehr das Große und Ganze im Blick habt.

[16:13] Wie bist du zu dem Thema Finanzen gekommen und wie hast einen positiven Glaubenssatz in Bezug auf Geld entwickelt?

Ich habe das nicht in die Wiege gelegt bekommen. Das ist auch etwas, das ich bei Finanzbloggern oder bei Anlageberatern und Honorarberatern, die das wirklich ernsthaft und ehrlich betreiben, beobachte: Es ist immer ein langer Weg. Durch meine DDR-Vergangenheit hatte ich ein sehr distanziertes Verhältnis zu Geld, weil im Kommunismus Geld keine Rolle spielt. Da nimmt sich jeder nach seinen Bedürfnissen und gibt nach seinen Talenten. Das hat meine Geldhaltung in der Tat geprägt.

Durch meine Berichterstattung habe ich viel über Banken berichtet, über Staatsverschuldung, über die Finanzkrise, über den Betrug der Banken, die Steuerhinterziehung und so weiter – und dadurch habe ich sehr viel gelernt. Ich habe auch viel Verbraucherjournalismus gemacht – Stichwort Lebensversicherungen, Riester, Rürup und so weiter – und wie die Banken da die Leute über den Tisch ziehen, wie schlecht diese Produkte sind. Wenn Autos so schlecht wären wie Finanzprodukte, hätten wir keine Autos auf den Straßen!

Ich möchte Frauen dazu befähigen, Finanzthemen zu verstehen. Ich setze dafür mein ganzes Wissen – mein theoretisches Wissen, mein praktisches Wissen aus meiner Arbeit als Journalistin und mein eigenes Geldanlagewissen – ein, damit sie verstehen, was auf den Märkten passiert. Denn eines habe ich gelernt bei diesen ganzen Sachen, dass Finanzen wahnsinnig kompliziert gemacht werden! Und das hat einen Grund: Wir sollen diese Dinge nicht verstehen, weil wir dann immer Berater brauchen.

[22:00] Angestellt vs. selbstständig? Was sind für dich jeweils die Vor- und Nachteile?

Wenn Frau angestellt ist, haben wir eine gewisse Sicherheit, und wir brauchen nicht jeden Tag neu zu denken. Die Arbeit ist mehr oder weniger da oder kommt ins Haus. Das kann ein Wert an sich sein. Ich habe sowohl angestellt als auch freiberuflich gearbeitet. Ist kann ein Wert an sich sein, monatlich Geld zu bekommen und sich dann nicht so viel Gedanken darüber machen zu müssen. Diese Sicherheit kann einem eine gewisse Ruhe im Leben geben, und das ist auch nicht zu unterschätzen.

Wenn man aber in einem Angestelltenverhältnis ist, die Kollegen nicht passen oder man nicht mit gut mit dem Chef klar kommt, wird es natürlich schwierig. Dann kann man sich woanders hin bewerben oder versuchen, die Dinge zu ändern. Ein weiterer negativer Punkt kann sein, dass man seine eigenen Vorstellungen und Wünsche in einem Angestelltenverhältnis vielleicht nicht so frei umsetzen kann. Es braucht bei allen etwas Zeit, wenn man aus einem Angestelltenverhältnis rauskommt und in die Freiberuflichkeit geht. Es ist in der Tat so, dass man das Aushalten muss, wenn anfangs keine Aufträge reinkommen. Deshalb sind Rücklagen extrem wichtig, damit man mindestens sechs Monate, vielleicht sogar ein Jahr ohne Aufträge oder nur mit kleineren Aufträgen auskommt.

[28:30] Rücklagen sind sehr wichtig. Aber wie wichtig ist das Umfeld?

Wenn wir kein Umfeld haben, was uns stützt, und sagt: „Du machst das gut, du machst es richtig“ ist es fast zum Scheitern verurteilt. Was wir brauchen, ist ein stützendes Umfeld. Was man natürlich machen kann als Frau, ist, sich ein stützendes Umfeld zu holen. Das können Freunde sein. Es können aber auch Gründercoaches, professionelle Helfer und Unterstützer sein. Wenn ihr gründet, holt euch auch einen Coach, der euch in schwierigen Phasen und in guten Phasen den Rücken stärkt, euch Informationen gibt, euch auch ein Netzwerk zugänglich macht, damit ihr weiterkommt.

Freiberuflichkeit ist tatsächlich nichts für Schwächlinge. Da braucht es eine gewisse Kraft. Aber die Kraft kommt auch mit dem Arbeiten. Außerdem kann man auch gut nebenbei gründen und dann das Business nach oben fahren, wenn es anfängt gut zu laufen. Das finde ich eigentlich einen ganz pragmatischen Weg.

[31:31] Wir können mit deinem Motto aufhören „Frauen können Finanzen“. Und Frauen können auch Selbstständigkeit, wenn sie wollen. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!
Und ich wünsche allen Frauen beim Gründen viel Erfolg. Nicht demotivieren lassen von Fehlern oder schlechten Ereignissen. Glaubt an euch und zieht es durch!
2 Kommentare
  1. Sehr informatives Interview! Bin ganz zufällig an diesen Podcast geraten. Angenehm überrascht hat mich Dani‘s Ratschlag, eine positive Einstellung zum Finanzamt zu haben. Ich selbst arbeite nämlich dort und meistens schimpfen die Leute nur über das Finanzamt. Was Existenzgründer/innen oft vergessen, sind eben die Steuern. Gerade in Geschäftszweigen mit viel Barzahlern (z. B. Gastronomie, Friseure) wird das Geld, das in der Kasse ist, gerne ausgegeben. Weil, wie Dani im Interview hinweist, kein ausreichendes Startkapital vorlag. Ich könnte ein Buch schreiben, aber es sollte ja nur ein Kommentar werden;)

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    • Hey Katrin, vielen Dank für deinen Kommentar. Das ist in der Tat ein sehr wichtiges Thema! Als Profit First Professional greife ich das Thema Steuern in jeder meiner Unternehmens- und Gründungsberatungen mit auf. Lass uns doch dazu mal gemeinsam einen Podcast aufnehmen. Was meinst du? Schreib mit doch mal an annie@frauschnabelkraut.de LG Annie

      Antworten

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